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Künstlerlexikon Portrait

Zaz

Herkunft: Frankreich
Zaz; Rechte:

Zaz

Vorgestellt als CD der Woche am 30.08.2010 in Funkhaus Europa

Zaz ist eine französische Nouvelle Chanson-Sängerin, die vor ihrem kommerziellen Durchbruch als Straßenmusikerin und Cabaret-Sternchen arbeitete.

Harte Arbeit und Liebe zur Musik

Wie schafft man es als junge Sängerin ein halbes Jahr lang die französischen Albumcharts zu erobern und zu behaupten? Durch eine vorangegangene Model-Karriere, ein Marketingteam, Castingshows oder einer Beziehung im Präsidentenpalast? Kann sein, muss aber nicht! Isabelle Geffroy alias Zaz schaffte es mit harter Arbeit und einer bedingungslosen Liebe zur Musik. Und trotzdem ist ihre Vita so ungewöhnlich, dass sie das Zeug für ein Hollywood-Drehbuch hat.

Mit Anfang Zwanzig beginnt sie ihr Musikstudium in Bordeaux und sammelt erste Bühnenerfahrungen in einer Bluesband. Dieser fade Einstieg ist aber auch das einzig normale in ihrem Werdegang. Denn bereits kurz darauf tourt sie mit einem baskischen Orchester, um im nächsten Augenblick über eine Zeitungsanzeige in einer Latin-Rock-Band zu singen. Fortan ist sie täglich afrikanischen, arabischen, andalusischen, brasilianischen und lateinamerikanischen Einflüssen ausgesetzt. Die Musik macht sie zur Kosmopolitin und Bordeaux wird auf Dauer zu eng. Die nächste Etappe ist klar: Paris.

Straßenmusikerin und Cabaret-Sternchen

Hier fällt ihr die nächste Zeitungsanzeige in die Hände: "Sängerin mit kräftiger Stimme gesucht". Hals über Kopf heuert sie in einem Ensemble eines Kabaretts an, wo sie sieben Tage in der Woche, fünf Stunden am Tag, auf der Bühne steht. Wird das Geld am Monatsende knapp, stellt sie sich mit zwei Musiker-Freunden in Montmartre an eine Straßenecke und versetzt gleichermaßen Pariser und Touristen mit ihrer schwarzen, heiseren Stimme in einen Schwebezustand. Als die Passanten beim Ertönen ihrer Stimme wiederholt zu weinen anfangen, weiß sie, dass mehr zu holen ist. Doch bis dahin vergehen noch ein paar Jahre in denen sie jeden Job annimmt. Zaz singt Latin-Standards in Marokko, interpretiert Piaf-Chansons in Sibirien, steht in Japan, Ägypten, Kanada und Malaysia auf der Bühne, beschallt mit ihrem Timbre eine Salzmine in Kolumbien und covert auf Dorffesten Whitney Houston- oder Beyoncé-Hits. 2009 siegt sie schließlich völlig überraschend beim "France Bleu / Réservoir Generation"-Talentwettbewerb, der im Pariser Olympia ausgetragen wird. Zaz zieht das Publikum in ihren Bann; besonders beeindruckt von der unkonventionellen und lässig-sinnlichen Performance, ist Frankreichs Pop-Superstar Raphaël Haroche, der postwendend beschließt, drei Songs für sie zu schreiben.

Keine Amélie im Chanson-Wunderland

Die drei Stücke finden sich auf dem nach ihr benannten Debütalbum wieder. Es erscheint bereits wenige Monate nach ihrem Auftritt im Olympia. Mit der Platte schlägt sie aus dem Stehgreif die Verkaufszahlen von Lady Gaga, Eminem oder Muse und gilt als diejenige, die das Chanson kurz vor seinem Ableben reanimiert. Dabei ist sie keine Amélie im Chanson-Wunderland. Zaz sieht aus wie eine Rapperin, die im besetzten Haus um die Ecke wohnt und steht mit beiden Beinen im Hier und Jetzt. Es ist ihre Stimme, die die Menschen wegträgt, ihnen auf der Haut herumspaziert und für den enormen Erfolg sorgt. Eine Bluesstimme, die verblüffend nah an Edith Piafs Timbre dran ist, aber auch ihre etwas spöttische, manchmal rebellische Art perfekt zu transportieren weiß.


Discographie:

  • ZAZ (Sony Music, 2010)
  • ZAZ Live Tour "Sans Tsu Tsou" (Sony Music, 2011)

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