Dienstag, 22.05.2012
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Allen, Tony
Tony Allen
Livemitschnitt vom Tony Allen Konzert am 25.06.05 im Palaisgarten Detmold gesendet am 04.11.05 in World Live
Der Nigerianer Tony Allen war nicht nur der Schlagzeuger des "Black President" Fela Kuti, sondern kann als eigentlicher spiritus rector des Afrobeats gelten . In den 1960ern, als er noch als Techniker für einen Radiosender arbeitete, begann er, sich mit Musik zu befassen und beschloss rasch, sich ausschließlich den Drums zu widmen. 1963 traf er Fela Kuti und gründete mit ihm ein Jahr später die Band "Koala Lubitos".
Fela zeichnete für die Texte verantwortlich und Tony war für die musikalische Seite der Band zuständig. Schon damals hob er sich durch seinen unverwechselbaren Schlagzeugstil heraus. Das Projekt - bald unter dem Namen "Afrika 70" firmierend - hielt insgesamt vierzehn Jahre und begründete das weltweit bekannte Phänomen Afrobeat. Das Rezept war eine Mischung aus westafrikanischem Highlife und amerikanischem Funk, dazu traten die kritischen Texte des revolutionären Fela. Stilbildend war jedoch auch Allens unverwechselbare Rhythmusgebung, so komplex wie das Zusammenwirken von vier Drummern.
1979 trennte sich Tony Allen von Fela Kuti, da er in dessen Band nicht zur erwünschten Geltung kommen konnte, und gründete seine eigene Band, die Mighty Irokos, mit denen er in Nigeria "No Discrimination" aufnahm. 1984 löste Tony Allen die Gruppe auf und legte in Japan und London Zwischenstationen ein. Zu dieser Zeit kollaborierte er mit King Sunny Adé, dessen Juju ihn auf seiner ersten Solo-EP beeinflusste.
1986 siedelte er nach Paris über, experimentierte weiterhin mit Afrobeat, Funk, Jazz und elektronischen Einflüssen, ließ sich auf Manu Dibangos Album "Wakafrika" hören. 1999 unterschrieb Tony Allen beim französischen Label Comet Records und veröffentlichte dort Psyco On Da Bus" eine jazzige Electronica-Dekonstruktion des Afrobeat mit seinem Wiederentdecker Doctor L. Weitere Comet-Alben waren "Black Voices" und "Homecooking", bevor er mit einen Live-Mitschnitt aus Montreux und Vancouver von sich reden machte. Auf "Lagos No Shaking" hat er nun die Serie der elektronisch angehauchten Alben unterbrochen und ist mit einem Haufen Newcomern zum guten alten Sound der Siebziger zurückgekehrt - in einer sehr transparenten Spielart und gerade deshalb sehr fesselnd und swingend.
Mit Africa 70:
Jealousy (1975)
Progress (1977)
No Accomodation For Lagos (1979)
Mit Mighty Irokos:
No Discrimination (1980)
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