Donnerstag, 20.06.2013
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Baca, Susana
Gesendet am 16.03.02 in Funkhaus Europa Live
Es war eine dieser glücklichen Fügungen, denen Susana Baca ihren internationalen Erfolg verdankt. Der Spanischlehrer von David Byrne hatte dem Musiker Kassetten von Susana Baca geliehen, denn Byrne wollte die Sprache anhand von Liedtexten lernen. Von der peruanischen Sängerin aber, die auf den Aufnahmen zu hören war, zeigte sich Byrne derart begeistert, dass er sie kurzerhand für sein Weltmusik-Label Luaka Bop unter Vertrag nahm.
Susana Baca wurde in Chorillo geboren, einem Fleck an der peruanischen Küste vor den Toren von Lima. Dort siedeln seit den Tagen des spanischen Kolonialreichs die Nachfahren ehemaliger Sklaven, die zur Arbeit in den Minen aus Afrika in die Neue Welt verschleppt wurden.
Ihr Vater war Gitarrist, ihre Mutter Tänzerin, und so wuchs Susana Baca in einem Haushalt auf, in dem Musik an erster Stelle stand. In ihrer Jugend hörte sie gerne die kubanischen Schlager von Beny Moré und Perez Prado, und als Studentin gehörte sie einer experimentellen Musikgruppe an, die Poesie und Tanz verband. Im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung stieß sie jedoch wieder auf jene Lieder, die sie im Kreis ihrer Familie gelernt hatte:
Ein Korpus an Liedern und Tänzen, die in Peru noch weitgehend unerforscht waren. Mit ihrem Ehemann Ricardo Pereira gründete sie 1992 das Instituto Negro Continuo in Lima, das sich der Erforschung und Pflege der afro-peruanischen Kultur verschrieben hat, mit Bibliothek, Tonarchiv und Studio.
In eigenen Workshops werden Instrumente nachgebaut, welche früher von den Sklaven in Peru benutzt wurden, und deren Geschichte und Kultur dokumentiert. Ihre Musik ist eine Fortsetzung dieser Arbeit. Auf all ihren Alben bezieht sich Susana Baca auf afro-peruanische Traditionen, aber auch auf afrikanisch geprägte Gesänge aus der Karibik, Nordamerika oder Brasilien.
Damit schlägt sie den Bogen zu anderen Traditionen, die ihren Ursprung in den transatlantischen Sklavenrouten haben. Gleichzeitig schafft sie jedoch auch einen Brückenschlag in die Moderne, denn ihre in New York produzierten Tracks breichern ebenso Jazzmusiker - so waren etwa Gitarrist Marc Ribot oder Organist John Medeski an den Aufnahmen beteiligt.
(Auszug)
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