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Künstlerlexikon Portrait

Sergent Garcia

Herkunft: Frankreich
Sergent Garcia; Rechte: WDR

Sergent Garcia

Vorgestellt am 28.08.06 in Funkhaus Europa

Livemitschnitt vom Sergent Garcia Konzert am 08.04.04 in der Kantine Köln gesendet am 12.11.04 in World Live

Livemitschnitt vom Sergent Garcia Konzert am 08.10.06 in der Kantine Köln gesendet am 26.01.07 in World Live

Garcia ist authentisch, der Vorname aber lautet bürgerlich Bruno. Franzose ist er, geboren 1966, Eltern Spanier. Seine Jugend ist vor allem durch ein Wort geprägt: Punk. Mit allen Konsequenzen, vor allem aber musikalischen. Ludwig Von 88 hieß eine Punkrock-Band, mit der er Ende der 1980er seine erste Platte aufnahm. Doch die Latin-Sounds ergreifen bald seine ganze Aufmerksamkeit. Erst in Soundsystems, dann unter eigenem Namen.

Er entwickelt einen Stil, als dessen Erfinder er heute gilt: Salsamuffin. Sagt alles und trotzdem nichts. Muss man gehört haben. Kann man auch hören, denn seit 1997 gibt es ihn auf CD. Die erste bastelt er noch selbst, und da er eine prima Resonanz erfährt, stellt er rasch eine Band zusammen (unter den Musikern zwei Kubaner, Franzosen und ein Pole!), die den Mix aus Salsa und Raggamuffin auf die Bühne bringen kann: Los Locos del Barrio, Die Durchgeknallten des Viertels - und damit ist Belleville, eines der Vielvölker-Quartiters von Paris gemeint, in dem man die Homebase hat.

Bei etlichen Live-Auftritten beweist die Band ihre feurigen Qualitäten, auch auf dem ersten gemeinsamen Album, "Un Poquito Quema'o", "ein bisschen abgebrannt", oder transitiv: "leicht bescheuert". Der Titel ist wohl eine Reminiszenz an alte Punker-Zeiten. Doch ganz so durchgeknallt ist das alles nicht mehr, denn immerhin wird das Album von Virgin veröffentlicht, erfährt sogar MTV -Rotation mit der Single "Medecine Man". Wirbelnde Salsa-Montunos, scharfe Bläser, zwischendrin viel Reggae und Toasting, auch mal rituelle Perkussions-Soli - nie waren sich Kuba und Jamaika so nah.

Perfektioniert wird das Gebräu auf den weiteren zwei Alben: Auf "Sin Fronteras" rangiert das blinde Ehepaar Amadou & Mariam genauso unter den Invités wie ein Gitan-Musiker. Und mit "Semilla Escondida" schließlich bekommt des Sergents Klangplanet einen ganz realen Spin in Richtung Jamaika und Kuba: Vor Ort in Kingston nahm die Truppe mit Marley-Keyboarder Tyrone Downie, der Firehouse Crew und Tanya Stephens auf, danach setzten Musiker von Adlaberto Álvarez und Maria Ochoa in den EGREM -Studios von Santiago eine Salsa-Haube obendrauf.


Discographie:

  • Viva El Sergento (1997)
  • Un Poquito Quema'o (Virgin, 1999)
  • Sin Fronteras (Virgin, 2001)
  • La Semilla Escondida (EMI, 2003)
  • Mascaras (EMI, 2006)

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