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Künstlerlexikon Portrait

Orchestra Baobab

Herkunft: Senegal, Afrika
Orchestra Baobab; Rechte: Indigo

Orchestra Baobab

Vorgestellt am 22.10.07 in Funkhaus Europa

Das Orchestra Baobab (anfangs: Orchestre du Bawobab) gehörte 1970 zu den ersten, die westafrikanische und kubanische Musikstile miteinander verbanden. Gegründet wurde die Gruppe in Senegals Hauptstadt Dakar von Rudy Gomis und Balla Sidibé (beide aus der südlichen Region Casamanche) sowie Barthélemy Attisso aus Togo - um nur die zu nennen, die auch heute wieder dabei sind. Andere, die ebenfalls im heutigen Line-up auftauchen wie Medoune Diallo, Ndiouga Deng oder Assane Mboup werden erst kurz darauf feste Mitglieder, sind aber schon bei den frühesten Aufnahmen dabei. In kürzester Zeit etabliert sich die Band und wird zu einer der gefragtesten in Senegal - und darüber hinaus, wie u.a. ein 5-monatiges Engagement in Paris belegt, Mitte der 70er. Doch das Auftauchen eines außergewöhnlichen Talents läutet das Ende der Band ein: Youssou N`Dour. Er treibt die "Senegalisierung" der kubanischen Strömung auf die Spitze, singt nur noch in der Landessprache Wolof, bindet traditionelle Instrumente wie Tama und Sabar ein und setzt der ruhigeren Marschrichtung der Casamanche-Region den treibenden, knalligen Mbalax aus Dakar entgegen.

Besonders die Frauen lieben diese Musik, bestimmte Tänze wie der "Ventilateur" passen nicht zum Baobab-Sound, die Damen wandern ab. "Und wo die Frauen hingingen, kamen die Männer bald nach", erinnert sich Günter Gretz, der 1984 die erste Deutschland-Tournee mit N`Dour organisierte, aber auch Platten vom Orchestra Baobab veröffentlichte. Im selben Jahr verlassen mehrere Schlüsselmitglieder die Band, die damit zu existieren aufhört, obwohl sie nie offiziell aufgelöst wird. Gut so, denn sie ist wieder da: Nick Gold von der britischen Plattenfirma World Circuit, erfahren mit älteren Herren (Buena Vista Social Club), konnte mit Hilfe von Youssou N`Dour die Wiederbelebung des Orchestra Baobab erreichen und die meisten der früheren Mitglieder wieder zusammen bringen. Und dass Ibrahim Ferrer, der zufällig bei den Aufnahmen reinschaute, gleich in einem Song verewigt wurde (an der Seite N`Dours), zeigt nachdrücklich, dass die altgewachsene Senegal-Kuba-Connection so leicht nicht unterzukriegen ist.


Discographie:

  • On Verra Ça (New Music)
  • Bamba (Stern's)
  • N'Wolof (CNR)
  • Pirates' Choice (World Circuit, 2000)
  • Specialist In All Styles (World Circuit, 2002)
  • A Night at Club Baobab (2006)
  • African Nights (2007)

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