Dienstag, 07.02.2012
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Novalima
gesendet am 26.01.09 in Cosmo
Seit 2001 tüftelt das Musiker-DJ-Quartett Novalima an einer raffinierten tanzbaren Verbindung aus Klub-Kultur und afroperuanischer Musik, deren Herzschlag und Logo das Cajón ist. Die Künstler aus Lima, allesamt ohne direkten Afro-Background, legen gleich einen mehrfachen Salto hin: Sie durchbrechen die bisherige Zurückhaltung der Andenländler, der eigenen Folklore modernes Dancefloor-Appeal zu geben. Statt gängiger Indio-Panflöten-Sounds steht bei ihnen nun die 200 Jahre alte Afro-Musikkultur Perus im Mittelpunkt. Bis 1845 dauerte in Peru der Handel mit afrikanischen Sklaven. Das Erbe dieser düsteren Historie, deren Folgen die schwarze Minderheitenbevölkerung bis heute zu spüren bekommt, ist eine großzügige musikalische Hinterlassenschaft: Kuriose Instrumente wie der präparierte, schnarrend klingende Eselskiefer, die Holzkasten-Trommel Cajón, sowie viele betörende Rhythmen, Tanz- und Gesangsstile. Novalima nähert sich ihnen mit viel Respekt, zwängt sie nicht in sexy Partykleider, in denen sie keine Luft kriegen - wie es bisweilen im Elektro-Tango Usus ist. Vielmehr hat man der Musik eine fein-luftige Gaze aus Elektrobeats und Sequences übergeworfen. Für den Gitarristen und DJ Rafael Morales ist die Elektronik hier nur ein Hilfsmittel, "um etwas Organisches zu schaffen und die Essenz dieser alten Musik nicht zu verlieren. Wir machen aber keine Elektronik. Es gibt einfach zu viele forcierte Fusionen, weil jeder heute irgendwas über einen House-Rhythmus schichten kann." "Coba Coba” zeigt wie gut neue Stilblüten aus Afro-Rhythmen, Funk, Soul, Jazz und Latino-Stilen wie Reggaeton, Salsa, Son oder Bolero auf dem Boden dieser alten peruanischen Tradition gedeihen können. Anfangs operierte Novalima noch per Filetransfer zwischen Lima, Barcelona, London und Hongkong. Mittlerweile sind die vier alten Schulkumpels aus ihrer jeweiligen Wahlheimat zurück - back to the roots - in Lima. Hier vereinen sich weiße und schwarze Peruaner - etwas, das in dem Land bis heute nicht die Norm ist. Dies verdient ein lautstarkes "Coba Coba!", diesen unter afroperuanischen Musiker beim Spielen üblichen Anfeuerungsruf.
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