Dienstag, 07.02.2012
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Nouvelle Vague
gesendet am 01.08.09 in Cosmo
"Nouvelle Vague" bedeutet auf Deutsch so viel wie "Neue Welle". Der Ausdruck steht für eine Schule des französischen Films, die in den 1950erjahren von damals jungen Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Francois Truffaut oder Eric Rohmer begründet wurde, um gegen die eingefahrenen Konventionen und die vorhersehbaren Formeln des Kinos ihrer Zeit rebellierten. Übersetzt man "Neue Welle" ins Englische, dann wird "New Wave" daraus - jener musikalische Stil, der aus der Punk-Revolte der Siebzigerjahre hervor ging und in den coolen Synthie-Pop der Achtziger mündete.
Auch französische Band Nouvelle Vague stellten, wie die französischen Kultregisseure, so manche ungeschriebene Regel und Gewissheit auf dem Kopf, als sie Klassiker des Punk und New Wave im Bossa-Nova-Gewand präsentierten - mit zart gezupften Gitarren statt mit kühlen Elektro-Beats und, statt von jungen Männern voller Weltschmerz heraus gebrüllt, von einer ganzen Riege junger, weiblicher Sängerinnen mit weichen, französischen Akzent mehr gesäuselt als gesungen. Glaubt man Marc Collin und Olivier Libaux, den beiden treibenden Kräften hinter Nouvelle Vague, dann hatten die jungen Sängerinnen, die sie für ihr Projekt engagierten, allesamt keinen Schimmer, was es mit Punk und New Wave auf sich hatte, und konnten somit ganz unbefangen an die Oldies heran gehen. Süße Ignoranz oder Unschuld der späten Geburt? Als vor fünf Jahren das gleichnamige Debütalbum von Nouvelle Vague erschien, da hielten das manche lediglich für einen gelungenen Scherz - so, wie die Mambo-Versionen von Senor Coconut. Doch wie diese, funktionierte die Chose auch bei Nouvelle Vague überraschend gut, weil das ungewöhnliche, neue Outfit den sattsam bekannten Songs ganz neue Seiten abzugewinnen vermochte, und dieses Konzept bewährte sich auch auf dem Nachfolger "Bande à part" 2006.
Auf ihrem dritten Album, schlicht "3" betitelt, holen sich Marc Collin und Olivier Libaux nun den Ritterschlag für ihre Remakes ab. Viele Original-Stimmen konnten sie als Gesangs-Partner für einige ihrer originellen Cover-Versionen gewinnen, so z.B. Martin Gore von Depeche Mode. Das musikalische Spektrum von Nouvelle Vague hat sich auf "3" verändert. Statt, wie bisher, aus Bossa Nova und Akustik-Reggae, schöpfen Nouvelle Vague nunmehr vor allem aus Country, Bluegrass und Barjazz, um alten Hits neuen Glanz zu verleihen.
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