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Künstlerlexikon Portrait

Mono & Nikitaman

Herkunft: Österreich, Niederlande

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Beweg Dich!

Die Party 2008 Mitschnitt

Vorgestellt am 06.03.06 und 21.04.08 in Funkhaus Europa

Mono & Nikitaman haben gute Chancen, sich die deutsche Meisterschaft im Auftrittsfleiß zu sichern. Seitdem Zusammenschluss 2004 spielte der Dancehall/Reggae-Act auf unzähligen Shows. Dazu zählen Gigs bei den großen Reggae-Festivals, wie dem Kölner Summerjam, aber auch Gigs mit ihrer Begleitband "Royal Flash" oder Soundsystemshows.

Mono wird 1975 als Monika Jaksch in Linz geboren. Früh entdeckt sie ihre Leidenschaft für Hip Hop-Platten, beginnt Scheiben zu sammeln und aufzulegen.. In Linz heuert sie beim Soundsgood International Soundsystem an, dreht die Plattenteller und heizt der Menge am Mikro ein. Während des Studiums verschlägt es die Sängerin nach San Francisco, wo sie einen Film über Hip Hop realisiert. Bevor Mono sich mit Nikitaman zusammenschließt, veröffentlicht sie einige Singles sowie Tracks auf Samplern.

Nikitaman wird 1974 als Nick Tilstra in den Niederlanden geboren. Anfang der Neunziger lernt Nikitaman auf den Kanarischen Inseln afrikanische Percussions zu spielen. Nach seiner Rückkehr findet er Anschluss bei Düsseldorfer Reggae-Bands. Reisen nach Ghana, Ägypten und Indien tragen zur Persönlicheits- und Musikentwicklung bei. Er steht immer wieder bei verschiedenen Soundsystems am Mikro, unter anderem unterstützt er einige Male die Linzer DJ-Truppe von Soundsgood International, bei der auch Mono am Start ist. Diverse Singles, Samplerbeiträge und seine 2002er EP "Ahh...Loco?" verfestigen Nikitamans Ruf als DJ. Er bestreitet Abende mit Reggae-Legenden wie Beres Hammond und Eek A Mouse, supportet T.O.K. und Cecile.

Durch Ihre gemeinsame Arbeit beim Soundsgood International in Linz lernen Mono & Nikitaman sich auch abseits der Musik kennen und mögen. Sie sind seitdem nicht nur auf der Bühne, sondern auch im privaten Leben ein Paar. Es ist der Kontrast ihrer Stimmen, der sich ins Ohr gräbt. Ihre ist hell, kann anschmiegsam sein aber auch kratzbürstig. Seine hat eine unwiderstehliche, völlig unmachohafte Männlichkeit und ist wie gemacht fürs Toasten, den typischen Reggae-Sprechgesang, der über die Musik spaziert. Es sind aber auch die Texte, die einen auf eine völlig ungewohnte Art ganz nah an die Künstler bringen, an ihre Gefühle und Gedanken, an ihre Träume und Traumata.

2004 geht es offziell mit dem Reggae/Dancehall-Tagteam Mono & Nikitaman los: Album Nummer eins "Das Spiel beginnt" erscheint im April. Mit ausgiebigem Touren promoten sie den Erstling. Im März 2006 erschien der zweite Longplayer "Für Immer". Der Titel geht gezielt gegen die Schnelllebigkeit vor, auf dem Cover ein Tattoo, wie es nur der ewigen Liebe wegen in die Haut geritzt wird. Unter den 16 Songs ist jedoch nur eine eindeutige Liebeserklärung, die allerdings nimmt einem den Atem, weil sie auf jeden doppelten Boden verzichtet und die beiden sich gegenseitig fragen: "Bist du da?". Die Texte, die Mono & Nikitaman manchmal alleine, manchmal gemeinsam schreiben, kommen direkt aus dem Alltag, beschreiben was nervt, was beunruhigt oder was wütend macht.

Und wieder zwei Jahre später wird "Ausser Kontrolle" fertig. Die kinderliedartige Leichtigkeit, die manche ihrer Tracks auszeichnet, täuscht: Denn Mono & Nikitaman wollen nicht bloß den Sound für eine Generation zwischen Playstation und Party liefern, sondern verbinden mit ihrer Musik auch einen politischen Anspruch. Nikitaman ist in besetzten Häusern aufgewachsen und hat seine Jugend bei den sozialistischen Falken verbracht, Mono einst durch den Eintritt des Rechtspopulisten Jörg Haider in die österreichische Regierung politisiert worden. Beide verorten sich in der linken Antifa-Szene und sind aus Überzeugung als Musiker "Independent". Deshalb wundert es nicht, dass mit "Das alles" auf dem Album auch eine Reminiszenz an Rio Reisers "König von Deutschland" enthalten ist. So schlagen Mono & Nikitaman den Bogen von den deutschen Punkrock-Veteranen von einst und ihrer "Keine Macht für Niemand"-Attitüde zu den Verhältnissen von heute, die nach ähnlichen Forderungen verlangen. Nur, dass linke Romantik und Globalisierungskritik bei ihnen heute eben nicht mehr mit Gitarrengeschrammel, sondern mit fetten Ragga-Beats daher kommen.


Discographie:

  • Das Spiel beginnt (Rootdown, 2004)
  • Für Immer (Rootdown, 2006)
  • Ausser Kontrolle (Rootdown, 2008)

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