Dienstag, 07.02.2012
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MC Solaar
MC Solaar
Gesendet am 23.03.08 in der Matinee
Bei dem jungen Mann ging alles ganz schnell. Die sprachbegabte Leseratte kommt in Dakar am 5.3.1969 als Claude M`Barali zur Welt, findet sich kurz darauf in Paris wieder, hat ein Zwischenspiel in Kairo für ein knappes Jahr, um dann mit dreizehn Jahren endgültig nach Paris zu kommen. Er greift sich die nächste Spraydose und sprüht sein Logo Solaar überall dort hin, wo man sich darüber ärgert; später wird es sein Künstlername. Er beginnt, Spanisch, Englisch und Russisch zu studieren und verliebt sich in den Rap. Auf ein Demotape, aufgenommen 1990, folgt eine Single, die gleich unter den Top Ten der französischen Charts landet. Das Debut-Album "Qui Séme le vent recolte le tempo", mit DJ-Partner Jimmy Jay produziert, geht im Jahr darauf gleich 400.000 Mal über den Tresen, das zweite sogar doppelt so oft. Gekrönt wird MC Solaars unaufhaltsamer Aufstieg durch die Mitwirkung am ersten "Jazzmatazz"-Album des US-Rappers Guru, das 1993 erscheint.
Damit steigt er zum bis heute im Ausland bekanntesten französischen Rapper auf. Das ist umso erstaunlicher, als MC Solaar auf Französisch rapt, sehr tief- und hintersinnig, mit vielen Literatur-Anspielungen; oft wird er mit Serge Gainsbourg verglichen. 1998 gründet Solaar ein eigenes Label und sitzt, Film-Fan, der er auch noch ist, neben Martin Scorsese in der Jury in Cannes. Die Victoires de la Musique, den begehrtesten französischen Musikpreis, hat er bereits zweimal eingeheimst. Obwohl er zu Hause, als Altstar des Genres, an Erfolg und Einfluß längst von einer neuen Generation junger Rapper überholt worden ist: Ausserhalb Frankreichs gilt er noch immer als bekannteste Rap-Stimme seines Landes.
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