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Künstlerlexikon Portrait

Marcos Valle

Herkunft: Brasilien, Amerika
Marcos Valle; Rechte: Marcos Valle Bild vergrößern

Marcos Valle

Gesendet am 26.11.06 in der Matinee

Er ist eine der wichtigsten Figuren für das Revival der Bossa Nova, und sein Lied "Summer Samba" ("So Nice") von 1966 reist noch heute um die Welt. Optimistische Bossa Nova in beschwingtem Tempo ist Valles Markenzeichen, ständig am Zeitgeist erneuert, mal mit Pop, mal mit Jazz, mal mit HipHop. Valle wird 1943 in Rio de Janeiro geboren, lernt Piano, Gitarre, Akkordeon und Schlagzeug. In der Freizeit surft er - vielleicht hat er deshalb eine besondere Verbindung zu den Bossas, den Wellen. Mit dem Surfen ist es aber bald vorbei, schon sein erstes Album, mit 20 Jahren eingespielt, wird ein immenser Erfolg, er gewinnt den brasilianischen Kritikerpreis als bester Newcomer. Ein Jahr lang tourt er mit Sergio Mendes durch die USA, doch er kehrt vorzeitig zurück, um seine eigene Karriere zu steuern - und um nicht für den Vietnamkrieg eingezogen zu werden.

Nur ein Jahr später dann der große Wurf mit "Summer Samba", ein Lied, das in drei verschiedenen Versionen gleichzeitig in den amerikanischen Top 40 landet, und damit im Guinness-Buch der Rekorde. Auf dem gleichen Album, nämlich auf "Samba '68", findet sich auch seine andere Erkennungsmelodie, der spritzige, lautmalerische Ohrwurm "Crickets Sing For Anamaria". Marcos Valle - Spitzname: The boy from Ipanema - schickt sich an, in die Fußstapfen von Tom Jobim zu treten.

Eines seiner frühen Alben wird von Eumir Deodato arrangiert, ein anderes nennt Astrud Gilberto als Sängerin, wieder ein anderes Milton Nascimento als Perkussionist - und das alles noch vor 1970. Valle ist beständig, steht aber nie so richtig in der ersten Reihe, was seine Bekanntheit im Ausland betrifft.

Dabei ist er Anfang der 1990er maßgeblich beteiligt an der neuen Musikrichtung Drum'n'Bossa und ist auch einer der ersten, die HipHop mit brasilianischen Klängen zusammen bringen. Ein großartiger Musiker, der sich auch im Elektro-Bossa zurechtfindet (mit Bossacucanova) oder mit Singer-Songwriter Max de Castro arbeitet. Generationskonflikte sind Valle offenkundig unbekannt. Seine aktuellen Alben erscheinen auf Far Out und spielen clever mit den unter Rare Groove-Fans typischen Kriterien: Sinnliches Easy Listening mit organisch klingenden Elektronik-Zutaten.


Discographie:

  • Samba Demais (Odeon, 1963)
  • Samba '68 (Verve, 1968)
  • Mustang Cor De Sangue (Odeon, 1969)
  • Previsão Do Tempo (Odeon, 1973)
  • Marcos Valle (Verve, 1974)
  • Tempo Da Gente (Arca Som, 1986)
  • Nova Bossa Nova (Far Out, 1998)
  • Escape (Far Out, 2001)
  • Contrasts (Far Out, 2003)
  • Jet Samba (Universal, 2005)

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