Samstag, 04.02.2012
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Ahmed, Mahmoud
Gesendet am 20.06.04 in der Matinee
Dieser Mann hat soviel Soul in seiner
Stimme, dass mancher US-amerikanische Kollege neidisch werden muss.
Mahmoud Ahmed ist die Seele der modernen Musik Äthiopiens, hat sie
über drei Jahrzehnte mit seiner Mischung aus Melancholie und
Tanzbarkeit geprägt. Seine Stimme haben Kritiker mit dem
spirituellen Feuer eines Muezzins verglichen, Parallelen wurden
genauso aber zum Funk eines James Brown gezogen, wenn er seinen
legendären Eskita-Tanz auf der Bühne vollführte. Geboren wurde er
1941 in der Hauptstadt Addis Abeba als Gouragué, ein Volk, das
ursprünglich aus dem Südwesten des Landes stammt. Als Jugendlicher
schlägt er sich zunächst als Schuhputzjunge und Laufbursche durch.
Mit knapp 20 steht er erstmals auf der Bühne des Arizona
Nightclubs. Die Imperial Bodyguard Band, eine der staatlichen
Gruppen des Kaisers Selassie, sucht Ersatz für ihren abwesenden
Sänger und Ahmed springt ein. Der Abend wird so erfolgreich, dass
er wenig später mit ihnen seine erste Single herausbringt und bis
1974 bei den "Bodyguards" bleibt. In seiner Blütezeit, den
Siebzigern fährt er mehrgleisig: Er ist auch Mitglied der Ibex
Band, produziert aber vor allem solo, teils mit vollem
Blechblas-Sound, teils auch akustisch mit traditionellen
Instrumenten. Als die Revolution ausbricht und Diktator Mengistu
ans Ruder kommt, wird es schwieriger für ihn: Ende der 1970er
schließlich leidet auch er, was die Veröffentlichung von Platten
angeht, unter der Zensur. Kurioserweise kommt mitten in der dunklen
Zeit, Anfang der Achtziger eine US-Tour zustande, und ab sofort ist
Mahmoud Ahmed der Held der äthiopischen Diaspora-Gemeinden. Zuhause
arrangiert er sich mit dem Regime und singt weiter bei exklusiven
Hotelpartys für die Elite und das Militär. Bis sein Ruf nach Europa
dringt, wird es 1986: Das belgische Label Crammed veröffentlicht
eine Kompilation seiner Aufnahmen. Nach dem Sturz Mengistus kommt
ihm nach einigen Europa-Tourneen auch die Aufmerksamkeit der
Weltmusikgemeinde zugute. Die CD-Reihe "Éthiopiques", die die
Popklassiker des ostafrikanischen Landes für den europäischen Markt
aufbereitet hat, widmet allein ihm drei volle CDs. Auch heute
genießt Mahmoud Ahmed hohes Ansehen bei Kennern der afrikanischen
Popmusik und wirkt als inspirierende Kraft über seine Heimat
hinaus: So hat z.B. die Tamilin Susheela Rahman den Titelsong ihres
Albums "Love Trap" ihm zu verdanken.
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