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Künstlerlexikon Portrait

Mahmoud Ahmed

Herkunft: Äthiopien
Mamoud Ahmed; Rechte: Mamoud Ahmed Bild vergrößern

Mamoud Ahmed

Gesendet am 20.06.04 in der Matinee

Dieser Mann hat soviel Soul in seiner Stimme, dass mancher US-amerikanische Kollege neidisch werden muss. Mahmoud Ahmed ist die Seele der modernen Musik Äthiopiens, hat sie über drei Jahrzehnte mit seiner Mischung aus Melancholie und Tanzbarkeit geprägt. Seine Stimme haben Kritiker mit dem spirituellen Feuer eines Muezzins verglichen, Parallelen wurden genauso aber zum Funk eines James Brown gezogen, wenn er seinen legendären Eskita-Tanz auf der Bühne vollführte. Geboren wurde er 1941 in der Hauptstadt Addis Abeba als Gouragué, ein Volk, das ursprünglich aus dem Südwesten des Landes stammt. Als Jugendlicher schlägt er sich zunächst als Schuhputzjunge und Laufbursche durch. Mit knapp 20 steht er erstmals auf der Bühne des Arizona Nightclubs. Die Imperial Bodyguard Band, eine der staatlichen Gruppen des Kaisers Selassie, sucht Ersatz für ihren abwesenden Sänger und Ahmed springt ein. Der Abend wird so erfolgreich, dass er wenig später mit ihnen seine erste Single herausbringt und bis 1974 bei den "Bodyguards" bleibt. In seiner Blütezeit, den Siebzigern fährt er mehrgleisig: Er ist auch Mitglied der Ibex Band, produziert aber vor allem solo, teils mit vollem Blechblas-Sound, teils auch akustisch mit traditionellen Instrumenten. Als die Revolution ausbricht und Diktator Mengistu ans Ruder kommt, wird es schwieriger für ihn: Ende der 1970er schließlich leidet auch er, was die Veröffentlichung von Platten angeht, unter der Zensur. Kurioserweise kommt mitten in der dunklen Zeit, Anfang der Achtziger eine US-Tour zustande, und ab sofort ist Mahmoud Ahmed der Held der äthiopischen Diaspora-Gemeinden. Zuhause arrangiert er sich mit dem Regime und singt weiter bei exklusiven Hotelpartys für die Elite und das Militär. Bis sein Ruf nach Europa dringt, wird es 1986: Das belgische Label Crammed veröffentlicht eine Kompilation seiner Aufnahmen. Nach dem Sturz Mengistus kommt ihm nach einigen Europa-Tourneen auch die Aufmerksamkeit der Weltmusikgemeinde zugute. Die CD-Reihe "Éthiopiques", die die Popklassiker des ostafrikanischen Landes für den europäischen Markt aufbereitet hat, widmet allein ihm drei volle CDs. Auch heute genießt Mahmoud Ahmed hohes Ansehen bei Kennern der afrikanischen Popmusik und wirkt als inspirierende Kraft über seine Heimat hinaus: So hat z.B. die Tamilin Susheela Rahman den Titelsong ihres Albums "Love Trap" ihm zu verdanken.


Discographie:

  • Soul Of Addis (Stern’s, 1997)
  • Éthiopiques Vol.6 (Buda Musique, 1999)
  • Éthiopiques Vol.7 (Buda Musique, 1999)
  • Live In Paris (NRW, 2000)
  • Éthiopiques Vol.19 (Buda Musique, 2005)

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