Dienstag, 07.02.2012
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Koalas Desperados
Koalas Desperados
gesendet am 01.06.09 in Cosmo
Koalas gelten als Einzelgänger, sind aber auch äußerst soziale Wesen. Die putzigen kleinen Bären aus dem australischen Busch grenzen sich in ihren eigenen Revieren ab, schließen sich von Fall zu Fall aber gerne mit anderen Koalas zusammen, um ihr Ding zu machen. Sie sind äußerst nachtaktiv und verfügen über ein ausgezeichnetes Gehör. Außerdem ernähren sie sich fast ausschließlich von den Blättern und der Rinde bestimmter Eukalyptusbäume. Damit haben sie offenbar einiges gemein mit jenem losen Musikerverbund, der sich "Koalas Desperados" nennt. Anders als der gemeine Koalabär, stammen die "Koalas Desperados" allerdings nicht vom fünften Kontinent, sondern sind ganz überwiegend in Westeuropa zu Hause, wobei ihre Herkunftslinien in alle Welt weisen.
Die Idee zu den "Koalas Desperados" geht auf Manar El-Abed zurück, einen DJ und Produzenten aus Montpellier. Dieser trug sich schon lange mit dem Gedanken, eine Omnibus-Platte zu produzieren, um darauf Gäste und Bekannte aus aller Herren Länder einzuladen und zu featuren. Eines glücklichen Tages lief ihm in Montpellier der deutsche Reggae-Produzent Thilo "Teka" Jacks über den Weg, den er noch aus seinen Jugendzeiten in den Neunzigerjahren kannte, als beide gemeinsam die Musikszene in Frankfurt am Main aufmischten. So nahm ein globales Sound-Netzwerk seinen Anfang, das am Ende 17 Musiker und 17 Sänger aus 14 Nationen zusammen führen sollte.
Aus Deutschland beteiligten sich Nosliw, Maxim oder die schwedisch-ugandische Sängerin Jaquee, und einige Stars der hiesigen multikulturellen Szene- darunter die spanischstämmige Sängerin Laura Lopez Castro aus Stuttgart, den Frankfurter Ragga-MC D-Flame mit seiner beeindruckenden Bassstimme oder den gebürtigen Argentinier Paco Mendoza alias Nils Leske, besser bekannt durch seine Mitarbeit am Dancehall-Projekt Raggabund und der Mestizo-Band Caramelo Criminal. In Montpellier wiederum holte Manar den Rapper Lhabanero, den Reggae-Musiker Yannick Owona aus Kamerun sowie die Chanson-Band Chozparei mit ins Boot, und aus Barcelona stießen Dani Macaco sowie die Sängerin Nubla hinzu, aus Porto in Portugal der Reggae-MC Bezegol. Entsprechend weit gefasst ist das stilistische Spektrum der Songs: Latin-Styles treffen auf Reggae-Grooves ("Vengo", "Me Yoy"), portugiesisches Fado-Feeling mischt sich mit pluckernder Club-Elektronik ("Fado Chupao") und Afrobeat aus Westafrika ("Awu"). "All Night long" ist ein geschmeidiger Disco-Stomper, "Security" versprüht beschwingt-beschwipstes Soca-Flair aus der Karibik, während "Negro” HipHop-Beats mit Orient-Samples und Latin-Gesang kombiniert. Gesungen wird in mehreren Sprachen, von Englisch über Spanisch und Portugiesisch bis Deutsch. Mit ihrem Album verbreiten die "Koalas Desperados" die Botschaft, dass Grenzen zwischen musikalischen Stilen und Kulturen nur dazu da sind, um überwunden und gesprengt zu werden.
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