Sonntag, 19.05.2013
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King Kora
King Kora: Bundung
Gesendet am 31.05.03 in Funkhaus Europa Live
Ha! Da ist es also endlich, das globale Dorf. Es befindet sich auf einer Alp im Wallis (Chemeuille). Seine Einwohner heißen Lamin Jobarteh, Roger Greipl und Dan Suter, zusammen King Kora. Ihre interne Kommunikationsstruktur ist klar und aufgeräumt: Jobarteh, der aus einer Griot-Familie aus Sere Kunda (Gambia) stammt und auf seinem musikalischen Werdegang Stationen wie Baaba Maal, Assam Mboob und Moussa Afia Ngom passiert hat, entwickelt auf der mit einem Pick-Up frisierten Kora die kompositorischen Grundideen und singt dazu. Suter (bekannt durch Bio Bonsai und Bligg) programmiert am Computer swingende, chillige Beats, die in ihrer Unaufdringlichkeit ihresgleichen suchen, und Arrangeur Greipl (sonst bei den Aeronauten) sorgt am Saxophon mit dezent platziertem Jazzfunk für Drive.
Zehn sehr unterschiedliche elektro-akustische Stücke mit
Prisen aus Reggae ("Tumarankea"), Salsa ("Cebolla") und Easy
Listening ("Wara") sind auf diese Weise entstanden, immer markant
durchweht von dem in Südsenegal und Gambia ausgeprägten Kora-Stil
(hitziger und perkussiver als in Mali und Guinea) Jobartehs.
Unten im Tal wurde dieser heiter verträumte Output dann aber doch
nochmal generalüberholt und angereichert mit facettenreicher
Perkussion, Trompete und Klavier, Gitarre und E-Bass. Außerdem gibt
es auf dem Debüt noch zwei Gastvokalisten: den spanischen Rapper
Gran Purismo und den Senegalesen Chérif Mbaw, dessen feiner Tenor
den - auch noch durch Cello und Geige konzertant veredelten -
Opener des Albums prägt ("Balake").
Dass King Kora mehr ist als eine liebevolle Hommage an die Mande-Musik und an das Instrument der königlichen Geschichtenerzähler, das zeigt sich auf dem zweiten Werk: Wiederum haben sich Greipl & Co in alpine Klausur begeben, um an einem Afro-Latin-Funk-Mix zu basteln, der gleich auch noch die Reiseerlebnisse einer Westafrika-Tournee verarbeitet. Und diesmal sind neben hörenswerten Soul-Newcomern aus Zürich sogar die große Altstimme Guineas, Maciré Sylla, und der Berner Rapper Greis mit von der Partie.
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