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Künstlerlexikon Portrait

Jan Delay

Herkunft: Deutschland
CD-Cover Mercedes Dance Live; Rechte: Universal Bild vergrößern

Jan Delay

Gesendet am 08.07.07 in der Matinee

Der HipHopper aus HH ist das Aushängeschild norddeutschen Sprechgesangs schlechthin. Als Jan Phillip Eißfeldt 1976 in Hamburg geboren, kommt er schon als Kind mit Punkrock britischer und deutscher Herkunft sowie mit der Musik Bob Marleys in Kontakt. Als in den USA das Public Enemy-Fieber losbricht, bekommt der junge Schlagzeuger Wind von der Rap-Szene und ist beim Aufbau einer deutschen HipHop-Landschaft von Anfang an dabei.

Er gründet eine Zeitschrift und unternimmt mit Hamburger Kumpels erste Versuche, auf Deutsch zu rappen, als Nacheiferer der HipHop-Pioniere Advanced Chemistry. Unter der Regie von Matthias Arfmann (Kastrierte Philosophen) entstehen mit den Freunden Denyo und Platinmartin unter dem Namen Absolute Beginnerz ab 1993 EPs. Der erste Longplayer "Flashnizm" gibt sich stilistisch noch uneinheitlich, der Nachfolger "Bambule" dagegen wird zu einem Standardwerk deutschen Sprechgesangs ohne überflüssigen Arrangement-Schnickschnack.

Anschließend nimmt Jan Delay auch als Produzent das Zepter in die Hand: Die HipHop-Newcomer Dynamite Deluxe veröffentlicht er auf seinem neugegründeten Label Eimsbush Entertainment. Das Mixtape (später auch CD) "Atarihuana", mit dem Schulfreund Tropf von Dynamite Deluxe eingespielt, weist neue Wege, indem es sich von der Kollagentechnik à la Massive Attack beeinflusst zeigt. Mit "Liebes Lied" und Nenas "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" folgen äußerst erfolgreiche Ausflüge in den Pop. 2001 nimmt er mit der Sam Ragga Band den Anlauf zum ersten Longplayer unter eigenem Namen, der sich komplett dem Reggae widmet, "Searching For The Jan Soul Rebels" (angelehnt an Dexies Midnight Runner's Searching For the Young Soul Rebels"!). Nur um dieses mit seiner Alt-Formation Absolute Beginner zwei Jahre später wiederum mit einem kompletten Rap-Album zu konterkarieren. Mit DJ Mixwell krönt er die der "Blast Action Heroes"-Scheibe folgenden Touren unter dem Pseudonym DJ Flashdance durch ausgelassene Turntable-Aktionen, in denen Genres von Pop über Rock bis Rap zusammengemischt werden.

Mit 30 hat sich Jan Delay wiederum völlig neu erfunden: Auf "Mercedes Dance" frönt er mit seiner Band Disco No.1 dem Funk, koppelt an Idole wie die Meters oder die Crusaders an - mit den bewährten Studiokollegen Tropf und Matthias Arfmann hat es der Hamburger Jung nochmals geschafft, wie Phönix aus der Asche aufzusteigen.


Discographie:

(Auswahl)

  • Searching For The Jan Soul Rebels (Buback, 2001)
  • Mercedes Dance (Universal, 2006)

mit Tropf:

  • Atarihuana (Eimsbush, 2000)

mit Absolute Beginner:

  • Flashnizm (Buback, 1996)
  • Bambule (Universal, 1998)
  • Blast Action Heroes (Eimsbush, 2003)

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