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Künstlerlexikon Portrait

Issa Bagayogo

Herkunft: Mali, Afrika
Issa Bagayogo; Rechte: Issa Bagayogo Bild vergrößern

Issa Bagayogo

Vorgestellt am 29.09.08 in Funkhaus Europa

In Mali nennt man ihn auch "Techno-Issa", weil er nicht dem angesagten Mali-Blues frönt, sondern traditionelle Sounds mächtig mit Drum-Machines und Loops aufmischt. Der ehemalige Hirsebauer, Jahrgang 1961, kommt mit 30 in die Hauptstadt Bamako, nachdem er sich in seinem Heimatdorf Korin im äußersten Süden des Landes einen Namen als Ngoni-Spieler (dem afrikanischen Vorläufer des Banjo) und Sänger gemacht hat. An zwei Kassettenproduktionen des französischen Produzenten im Studio Bogolan ist er beteiligt, doch die frühen Experimente mit Sahel-Sound und Elektronik sind wenig erfolgreich beim Publikum.

Issa ist frustriert, geht zurück in sein Dorf und wirft ohne Ende Pillen ein. Irgendwann dann die üblichen Folgen: Frau weg, Job weg, noch mehr Pillen. Doch dann reißt er sich zusammen, kehrt 1997 zurück nach Bamako und trifft - wiederum im Bogolan-Studio des Franzosen Yves Wernert - den einstigen Gitarristen von Ali Farka Touré, Moussa Koné. Zusammen mit Wernert feilt man weiter am Elektro Bamako-Sound. Das Ergebnis heißt "Sya" und verkauft sich gut, nicht nur in Mali, sondern vor allem auch in Europa und den USA.

So gut, dass zwei Jahre später mit "Timbuktu" ein Zweitling folgt, der die Koppelung von Savanne und Dancefloor optimiert: Zu zahmen House-Rhythmen und zurückgelehntem Dub zirpt knochentrocken die Buschharfe, gleißende E-Gitarren streiten mit dem Ngoni um die Vorherrschaft, und die Rufe der Nomadenflöte tönen immer wieder flirrend zwischen den Antwortchören der Frauen heraus.

Issa selbst, mit leicht nasalem gepresstem Gesang, beschwört die Krieger des legendären Mande-Reiches, setzt sich in seinen selbstverfassten Lyrik aber auch mit zeitgemäßen Themen wie Drogen, AIDS oder Umweltverschmutzung auseinander. Mit "Tassoumakan" unterstreicht er seine herausragende Stellung als Neuerer westafrikanischer Musik: Bluesy und funky Stücke wechseln mit sphärischeren Passagen ab, Buschharfe wetteifert mit Rhythmusprogramm, die ruppige Stimme Issas mit den soulig-samtenen Vocals von zehn Begleitsängerinnen.


Discographie:

  • Sya (Mélodie, 1999)
  • Timbuktu (Six Degrees, 2002)
  • Tassoumakan (Six Degrees, 2004)
  • Mali Koura (Six Degrees, 2008)

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