Montag, 20.05.2013
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Erdmöbel
Das Leben ist schön - das war mal der Titel einer vielfach
preisgekrönten Filmkomödie des italienischen Schauspielers und
Regisseurs Roberto Begnini über einen jüdischen Jungen und dessen
Vater während der Nazi-Zeit. "Das Leben ist schön", das ist aber
auch der
Titel eines neuen Songs der Kölner Formation Erdmöbel, der mit
diesem Film zunächst erst einmal gar nichts zu tun hat. Zumindest
nicht auf den ersten und zweiten Blick.
Erdmöbel, die Band um den Sänger und Songwriter Markus Berges, ist bekannt für ihre extrem eingängigen, aber dennoch seltsam versponnen Deutschpop-Balladen. Wer sich aufgrund ihres skurillen Bandnamens - angeblich soll er auf einen ostdeutschen Begriff für Särge zurück gehen - von dem Quartett eine ironische Doppeldeutigkeit erhofft, dürfte jedoch enttäuscht werden. Erdmöbel-Songs sind zwar manchmal kryptisch und meistens poetisch, aber grundsätzlich eher ironiefrei. Sie zeichnen sich vielmehr durch ihre eigenwillige Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie aus, die ziemlich einzigartig ist. Das gilt auch für "Das Leben ist schön", einen beschwingten Lobgesang auf die alltäglichen Momente des Glücks, der von einem ruckelnden Beat, einer leichthändig dahin geklimperten Melodie und wolkigen Easy Listening-Bläsern getragen wird. Denn neben Gitarre, Bass und elektronischen Beats sind seit dem letzten Erdmöbel-Album "Krokus" auch Posaunen und Trompeten zum Sound der Band gekommen, der dadurch an Vielfalt gewonnen hat. "Ich kann eure Tränen nicht verstehen", heißt es im Refrain, denn das Glück wohnt doch in den kleinen Dingen: es kann im Morgenrot über den Kaminen, im Zitronengelb der Straßenbahn, ja sogar im Butterbrotpapier zwischen den Schienen liegen. Bei aller Ambivalenz bleibt die Feststellung bei Erdmöbel deshalb durchaus ernst gemeint: Ja, das Leben ist schön. Und genau das hat dieser Song am Ende dann doch wieder mit dem Film von Roberto Begnini gemein.
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