Donnerstag, 02.09.2010
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Künstlerlexikon
Lô, Cheikh
Cheikh Lô
Gesendet am 02.04.06 in der Matinee
Er stammt aus Bobo Dioulasso in Burkina Faso, die Eltern
sind Senegalesen. In der burkinischen Stadt war er Perkussionist
und Schlagzeuger, bevor er 1978 nach Senegal ging, um dort in
Variété-Shows des Hotels Savana und Coverbands zu spielen. Seine
musikalischen Wurzeln liegen aber weder da noch dort. Lô ist
Westafrikaner mit kubanischem Einschlag, Son und Salsa waren die
ersten Musikstile, die ihn während der Jugend geprägt haben. Dieser
Hintergrund und seine flexible Stimme machen es ihm leicht, mal
senegalesischen Mbalax, mal Wassoulou-Musik aus Mali, mal
kubanischen Son zu produzieren. 1987 landete er als Studiodrummer
in Paris, unter anderem für Papa Wemba, hatte aber nach zwei Jahren
Knochenarbeit genug davon.
Er ging zurück nach Senegal, tingelte in Dakar von Club zu Club,
um seine Kassetten zu verhökern. In einem Jazz-Etablissement
entdeckte ihn 1989 ein gewisser Youssou N'Dour, und der hielt
Cheikh Lô für auf- und ausbaufähig. Schon das erste Album,
veröffentlicht auf N`Dours Label Jololi, zeigt seine beachtlichen
Gesangsqualitäten, bleibt aber weitestgehend dem Mbalax
treu.Stilistisch offen der Zweitling: Bläser des Afro Cuban All
Stars-Paket und von Pee Wee Ellis treten hinzu, Oumou Sangaré
gastiert genauso wie Bigga Morrison von Aswad. Was Cheikh Lô
allerdings am wichtigsten im Leben ist, soll auch nicht unerwähnt
bleiben: Er ist ein Baye Fall, Angehöriger einer Bruderschaft der
islamischen Mouriden. Und da kann es auch mal zwischendurch
passieren, dass er bei einem Konzert zu einem rührenden Lobpreis
seines Sufi-Gurus anhebt.
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