Montag, 20.05.2013
Sie befinden sich hier:
WDR.de
Biolay, Benjamin
Gesendet am 18.03.07 in der Matinee
Der wohl wichtigste Kopf der neuen Chanson-Szene stammt aus Villefranche-sur-Saône bei Lyon.
Während seiner Kindheit genießt der 1973 geborene Biolay eine klassische Musikausbildung, spielt Violine, Tuba und Posaune. Der Wechsel von Klassik zu Pop findet noch in Lyon Anfang der 1990er statt, wo er auch schon erste eigene Chansons schreibt. Mit seiner - wenig erfolgreichen - Rockband Mateo Gallion entstehen 1994 erste Aufnahmen, auch beim L'Affaire Louis Trio ist er beteiligt. Im Casino de Paris nimmt er an einem Talentwettbewerb teil, immer noch ohne Durchbruch.
Die Wende zum Guten kommt 1999, als er die Sängerin Keren Ann Zeidel kennen lernt und maßgeblich an ihrer Platte "La Biographie de Luka Philipsen" beteiligt ist. Mit ihr schreibt er auch für den Grandseigneur des karibischen Chansons, Henri Salvador, der mit "Chambre Avec Vue" sein Alterswerk einläuten kann. Weitere Kollaborationen folgen, etwa mit Serge Gainsbourgs letzter Partnerin Bambou, ein Traumjob für den Fan.
2001 schließlich prangt endlich Biolays eigener Name auf einem Album. "Rose Kennedy" setzt Maßstäbe in der Neo Chanson-Szene: Auf dem Konzeptalbum erzählt er mit seiner träumerischen Stimme die Geschichte des Kennedy-Klans und vereint moderne Pop-Produktion mit klassischem Chansonvokabular, intime, jazzige Passagen mit großflächiger, orchestraler Melancholie. Biolay festigt seinen Ruf als Autor des Albums "Salle Des Pas Perdus" seiner Schwester Coralie Clément. Und auch privat kommt er in die Schlagzeilen, als er im Mai 2002 Chiara Mastroianni, Tochter von Catherine Deneuve und Marcello Mastroianni ehelicht.
Parallel zu seinem zweiten Opus "Négatif”, das stilistisch weite Kreise von Folk und Coutnry über Sixties-Flair zu Symphonik schlägt, schreibt er 2003 auch für die Gréco. Seine Frau Chiara macht er zur Duettpartnerin auf "Home", wo es auch in englischer Zunge zur Sache geht, ein Soundtrack für den Streifen "Clara Et Moi" von Arnaud Viard folgt. "A`l'Origine" vollzieht 2005 eine Abkehr von der dandyhaften Melancholie, klingt urbaner und beschäftigt sich mit ernsten Themen wie der Intifada oder Anthrax. Biolay hat wie kein anderer Nachwuchsmusiker Frankreichs die Images von Chansonnier und Popstar vereinigt.
Für den September 2007 ist sein fünftes Album "Trash Yéyé" angekündigt.
AutorIn: Stefan Franzen
Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.