Mittwoch, 08.02.2012
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Babylon Circus
Vorgestellt am 27.04.09 in Funkhaus Europa
Babylon Circus ist eine französische Ska-Reggae-Band aus Lyon,
die 1995 gegründet wurde. Die 10-köpfige Band mit den dicken
Bläsersätzen zelebriert seitdem auf den Spuren von Manu Chao, Mano
Negra und Tryo eine Melange aus Ska, Reggae, Jazz, Punk und
osteuropäischer Folklore.
Ihre artistisch-chaotische Live-Performance präsentierten die
Franzosen schon in über 600 Konzerten in 25 Ländern Europas. Zudem
erhalten sie immer wieder Unterstützung von französischen Musikern
wie Juliette Rocher oder Régis Maynard.
Das dritte Album "Dances of Resistance" wurde von Laurent Jais
(Manu Chao, Amadou & Mariam, Las Wampas) produziert und bei all
dem Spaß und der Leichtigkeit, die Babylon Circus versprühen,
geraten ihre ernsten und kritischen Texte auf all ihren Alben
jedoch nie in Vergessenheit.
Die Band übermittelt die politische Botschaft, Widerstand zu
leisten. Trotz politischem Engagement kommt aber auch die Liebe in
nicht zu kurz: diese Songs verkörpern mit viel Schwung einen
Gegenpol zu den ernsten Antikriegsliedern.
David Baruchel (einer der Gründer und Sänger) übernimmt auf allen
Alben die französischen Parts, Manuel Nectoux (Gründer, früherer
Schlagzeuger und zweite Stimme der Band) die englischsprachigen.
Und selten liegen sich die beiden Sprachen so selig in den Armen
wie bei Babylon Circus.
Beinahe hätte es das vierte und neueste Album "La belle étoile"
nicht gegeben. Und Babylon Circus wäre nach drei CDs und zwölf
Jahren Bestehen nur noch eine Erinnerung gewesen. Vorbei die Zeit
der tumultartigen Bühnenshows und der spektakulären Tourneen.
David Baruchel rutschte am 13. April 2007 nach einem Auftritt in
Moskau auf einer Metalltreppe aus. Er landete zuerst auf dem Kopf
und dann mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma auf der
Intensivstation.
Zwölf Tage lag er im Koma, konnte dann, als er endlich wieder
aufwachte, nicht mehr Französisch sprechen und litt unter
epileptischen Anfällen.
Dass diese Episode, die durchaus mit dem Tod von Baruchel hätte
enden können, mit der CD "La belle étoile" nun ein Happy End
bekommt, daran ist eine echte Männerfreundschaft schuld:
Manuel Nectoux kennt David seit 17 Jahren. Gemeinsam haben sie
Babylon Circus aus der Taufe gehoben. Er war es, der nur drei
Monate nach dem Unfall, als die Band nicht wusste, ob es überhaupt
weitergehen würde, den Freund - gegen ärztlichen Rat - auf die
Bühne und damit zurück ins Leben zerrte.
David tat, was Manu verlangte und fühlte sich nach wenigen Minuten
wie Phoenix aus der Asche.
Die Texte, bisher oft eindeutig politisch, erzählen heute vom Alltag - Zwischenmenschliches steht im Zentrum. Und noch seltener sind Stimmungen und Zustände so greif- und fühlbar wie in den zwölf neuen Chansons und den wunderbar surrealen Bildern, die darin mit Worten gemalt werden.
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