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Künstlerlexikon Portrait

Babylon Circus

Herkunft: Frankreich
Babylon Circus; Rechte: Babylon Circus Bild vergrößern

Babylon Circus

Vorgestellt am 27.04.09 in Funkhaus Europa

Babylon Circus ist eine französische Ska-Reggae-Band aus Lyon, die 1995 gegründet wurde. Die 10-köpfige Band mit den dicken Bläsersätzen zelebriert seitdem auf den Spuren von Manu Chao, Mano Negra und Tryo eine Melange aus Ska, Reggae, Jazz, Punk und osteuropäischer Folklore.
Ihre artistisch-chaotische Live-Performance präsentierten die Franzosen schon in über 600 Konzerten in 25 Ländern Europas. Zudem erhalten sie immer wieder Unterstützung von französischen Musikern wie Juliette Rocher oder Régis Maynard.

Das dritte Album "Dances of Resistance" wurde von Laurent Jais (Manu Chao, Amadou & Mariam, Las Wampas) produziert und bei all dem Spaß und der Leichtigkeit, die Babylon Circus versprühen, geraten ihre ernsten und kritischen Texte auf all ihren Alben jedoch nie in Vergessenheit.
Die Band übermittelt die politische Botschaft, Widerstand zu leisten. Trotz politischem Engagement kommt aber auch die Liebe in nicht zu kurz: diese Songs verkörpern mit viel Schwung einen Gegenpol zu den ernsten Antikriegsliedern.
David Baruchel (einer der Gründer und Sänger) übernimmt auf allen Alben die französischen Parts, Manuel Nectoux (Gründer, früherer Schlagzeuger und zweite Stimme der Band) die englischsprachigen. Und selten liegen sich die beiden Sprachen so selig in den Armen wie bei Babylon Circus.

Beinahe hätte es das vierte und neueste Album "La belle étoile" nicht gegeben. Und Babylon Circus wäre nach drei CDs und zwölf Jahren Bestehen nur noch eine Erinnerung gewesen. Vorbei die Zeit der tumultartigen Bühnenshows und der spektakulären Tourneen.
David Baruchel rutschte am 13. April 2007 nach einem Auftritt in Moskau auf einer Metalltreppe aus. Er landete zuerst auf dem Kopf und dann mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma auf der Intensivstation.
Zwölf Tage lag er im Koma, konnte dann, als er endlich wieder aufwachte, nicht mehr Französisch sprechen und litt unter epileptischen Anfällen.
Dass diese Episode, die durchaus mit dem Tod von Baruchel hätte enden können, mit der CD "La belle étoile" nun ein Happy End bekommt, daran ist eine echte Männerfreundschaft schuld:
Manuel Nectoux kennt David seit 17 Jahren. Gemeinsam haben sie Babylon Circus aus der Taufe gehoben. Er war es, der nur drei Monate nach dem Unfall, als die Band nicht wusste, ob es überhaupt weitergehen würde, den Freund - gegen ärztlichen Rat - auf die Bühne und damit zurück ins Leben zerrte.
David tat, was Manu verlangte und fühlte sich nach wenigen Minuten wie Phoenix aus der Asche.

Die Texte, bisher oft eindeutig politisch, erzählen heute vom Alltag - Zwischenmenschliches steht im Zentrum. Und noch seltener sind Stimmungen und Zustände so greif- und fühlbar wie in den zwölf neuen Chansons und den wunderbar surrealen Bildern, die darin mit Worten gemalt werden.


Discographie:

  • Musika (1997)
  • Au Marché Des Illusions (2001)
  • Dances Of Resistance (2004)
  • La Belle Étoile (2009)

Jetzt im Programm

14.04 bis 16.00 Uhr
Café Mondial

Jessica Liedtke

Moderation:
Jessica Liedtke

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