Dienstag, 22.05.2012
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Asa
Livemitschnitt vom Asa Konzert am 16.11.07 im Session Paradiso Lausanne gesendet am 14.03.08 in World Live
Geboren wurde der "kleine Falke" (= Asa) in der Stadt der Liebe,
doch Paris hatte zunächst wenig Einfluss auf sie. Denn mit
zwei Jahren siedelte sie mit den Eltern zurück in die
nigerianische Heimat, nach Lagos, und sah sich dort den
vielfältigen Einflüssen westafrikanischer Kultur ausgesetzt von
Fela Kuti bis King Sunny Ade, aber auch dem Soul aus Übersee.
Heimlich singt sie zuhause Marley und Michael Jackson nach. Als sie
ihrer inneren Berufung folgen und in einen Gospelchor eintreten
will, wird sie wegen ihrer eigentümlichen Stimme abgelehnt.
Plan B tritt in Kraft: Die Mutter ermöglicht der Teenagerin den
Besuch einer Musikschule, und nach ihrer Zeit dort entdeckt sie
neue Idole: Erykah Badu, Lauryn Hill und Angélique Kidjo.
Talentwettbewerbe und Gitarrenstunden folgen, doch wählerisch wie
sie nun mal ist, schlägt sie erste Angebote von Produzenten
aus.
Die Chemie stimmt dann bei Emmanuel Asuquo, den sie 2004 kennen
lernt: Der blinde Produzent, einer der legendären zwischen Nigeria
und Kap, schafft es, ihren Songs eine wohltemperierte Balance
zwischen Pop, Soul, Jazz und sogar klassischen Streifzügen zu
verpassen. Das I-Tüpfelchen für ihre künstlerische Reife fehlt
noch, und das holt sie sich in der Stadt ihrer Geburt: In Paris
kollaboriert sie mit Manu Dibango und Tony Allen, wächst dadurch
noch einmal. < BR> Mit dem Kollektiv ASSATA zelebriert sie
als Vorprogramm für Femi Kuti eine Koppelung von traditionellen
Yoruba-Klängen und Jazz. Schließlich schafft sie mit "Jailer" einen
ersten Hit in Afrika. MTV will sie sogar als Botschafterin haben.
Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Opener für John
Legend und Beyoncé. Ihr Debütalbum ist schon jetzt in Frankreich
ein Riesenerfolg: Es verbreitet jede Menge Soulspirit,
Funk-Attitüde, karibische Offbeats lassen den Geist Marleys spüren
und die sanften Streicher entführen auch mal in Richtung
Gershwin-Balladen. So eingängig der Sound sein mag: Asa nimmt in
ihren Lyrics, teils in der Muttersprache Yoruba, kein Blatt vor den
Mund: Fehlende Zivilcourage wird angeprangert, die kleinen
zwischenmenschlichen Dramen des ganz normalen afrikanischen Alltags
nimmt sie auf die Schippe, sehnt Frieden herbei, stimmt innige
Liebeslieder an.
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