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Künstlerlexikon Portrait

Amadou & Mariam

Herkunft: Mali, Afrika
Amadou & Mariam; Rechte: Universal; Amadou & Mariam Bild vergrößern

Amadou & Mariam

Vorgestellt am 08.12.08 in Funkhaus Europa

Livemitschnitt vom Amadou & Mariam Konzert am 10.11.06 beim Jazzfest Leverkusen gesendet am 19.01.07 in World Live

Sie firmieren unter der Bezeichnung "das blinde Paar aus Mali". Amadou Bagayoko verlor mit 15 das Augenlicht, Mariam Doumbia mit 5. Als sie sich an der Blindenschule in Bamako kennen lernten, da spielte Amadou schon bei den legendären Ambassadeurs. Einer deren Frontsänger hieß damals Salif Keita, und geleitet wurde das Orchester von Kanté Manfila, einem der besten Gitarristen des Kontinents, bei dem Amadou sich in die Saitenkünste einweisen lässt. Mariam hingegen hat eine tiefe Verwurzelung in der lokalen Musik aufzuweisen, sang schon als Mädchen bei traditionellen Feiern.

An der Blindenschule entdecken die beiden ihre Passion füreinander und für die Musik. Die Duokarriere startet viel versprechend mit einer Institutsband. Doch um der schlechten musikalischen Infrastruktur zu entfliehen, begeben sie sich in den 1980ern an die Elfenbeinküste, nach Abidjan. Dort entstehen legendäre Kassettenaufnahmen. Noch bevor sie zurückkehren, sind sie bereits landesweit bekannt, was auch ein Licht auf die Geschwindigkeit der Raubkopierer wirft.

Mit dem Album "Sou Ni Tile" erobern sie schließlich den internationalen Markt: Ihr Stilmix aus Funk, Blues, Rock und Reggae, mal mit indischer, mal mit kubanischer Perkussion, bringt ihnen weltweite Tourneen ein. "Tje Ni Mousso" ("Mann und Frau") katapultiert sie endgültig in die europäischen Weltmusikcharts, der Nachfolger "Wati" basiert wieder stärker auf der Rockgitarre von Amadou und jenem spröden Rhythm and Blues, mit dem das Duo einst seine Karriere begann. 2004 ist die Überraschung perfekt: Manu Chao hat Wind von den Aktivitäten des blinden Paars bekommen und nimmt für ihre neue Produktion "Dimanche À Bamako" das Zepter in die Hand. Das Resultat ist eine launige Sonntagsfahrt durch den Sahel, mit funky Einflüssen vom Mestizo-Rock bis John Lee Hooker.

Wer in die Historie des malischen Paares tiefer eintauchen will, für den gibt es mittlerweile eine CD-Retrospektive früherer, akustischer Karrierejahre. Live haben sich die beiden inzwischen auch auf Konserve verewigt: "Paris Bamako" hat ein Konzert aus dem Pariser "Goutte D'Or" eingefangen, nebst Doku-Material. Und auch der Fußballsommer 2006 bleibt mit ihnen verbunden: Wer genau hinhört, wird sie auf Herbert Grönemeyers WM-Song "Zeit, dass sich was dreht" entdecken.


Discographie:

(Auswahl):

  • Sou Ni Tile (Universal, 1998)
  • Tje Ni Mousso (Universal, 1999)
  • Wati (Universal, 2002)
  • Dimanche À Bamako (Warner, 2005)
  • 1990-1995: LE Meilleur Des Années Maliennes (Beacuse, 2005)
  • Paris Bamako (CD+DVD) (Because, 2005)
  • Best of African Years (Discograph, 2006)
  • Welcome to Mali (Import, 2008)

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