Dienstag, 07.02.2012
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Zebu Nation
Cumbancha Discovery / Exil
Madagaskar, der große Inselstaat im Indischen Ozean, ist als Heimat feiner Gewürze wie der Bourbon-Vanille bekannt und für seine einzigartige Flora und Fauna berühmt. Die madagassische Sängerin Razia lenkt die Aufmerksamkeit ihrer weltweiten Hörerschaft nun darauf, wie gefährdet dieser biologische Reichtum ist.
Razia Said ist eine echte Weltbürgerin. Ihre ersten Schritte im Musikgeschäft machte sie einst mit französischen Chansons und coolem Soulpop im Stil der britischen Sängerin Sade. Als sie vor zwei Jahren nach langer Abwesenheit wieder nach Madagaskar zurück kehrte, war Razia geschockt vom Ausmaß der Zerstörung, die dort Wälder und Tierwelt des Archipels bedroht. Ihr Album "Zebu Nation" widmete sie deshalb nicht nur der Schönheit und den musikalischen Schätzen der Insel, sondern nutzt es auch als Medium, um auf deren drängende Probleme hinzuweisen.
Geboren in einer Kleinstadt an Madagaskars Nordküste, lebt Razia heute nach Stationen in Gabun, Paris, Mailand, Ibiza und Bali - in New York. In der Vergangenheit hat die 1959 geborene Sängerin als Stylistin und Schauspielerin gearbeitet. Sie ist mit dem Musiker, Filmemacher und Werbefachmann Jamie Ambler verheiratet, der ihr als Ko-Produzent und beim Artwork von "Zebu Nation" zur Seite stand. Aus ihrer Begegnung mit der madagassischen Band Njava entsprang die Idee zu diesem Album, das eine Art Heimkehr zu den Rhythmen, Melodien und Instrumenten ihrer Kindheit markiert. Für dieses Zurück-zu-den-Wurzeln-Projekt scharte Razia namhafte Studiomusiker wie den Star-Akkordeonisten Regis Gizavo aus Madagaskar, den britisch-nigerianischen Bassisten Michael Olatuja und den kubanischen Percussionisten Marvin Diaz um sich, der madagassische Gitarrist Dozzy Njava führte die Regie.
Als Hochglanzproduktion hebt sich "Zebu Nation" von den rauheren Tönen madagassischer Ethno-Bands wie Tarika und Njava ab. Razias Markenzeichen sind vielmehr softe Balladen mit politischem Tiefgang. Ihre eindringlichen Botschaften hat die Sängerin in einlullenden Wohlklang verpackt: anschmiegsame Melodien umschmeicheln ihren melancholischen Abgesang auf menschliche Umweltsünden. Inseltypische Instrumente wie die Kastengitarre Kabosy oder die Valiha, eine röhrenförmige Bambuszither, werden nur am Rande eingewebt. Statt dessen untermalen perlende Gitarrenklänge und folkloristische Akkordeon-Passagen Razias Hommage an die Tier- und Pflanzenwelt ihrer Heimat, die sie durch Umweltzerstörung und Klimawandel gefährdet sieht. In ihren Songs erzählt Razia die Geschichte mal eines Rikscha-Fahrers, der sich in eine Frau aus besserem Hause verliebt ("Babonao"), singt eine Ode an die Großmutter, bei der sie in der Kleinstadt Antalaha im Norden der Insel aufwuchs ("Omama"). oder kritisiert die Praxis der Brandrodungen, die von den einst üppigen Wäldern auf Madagaskar nur noch ein Zehntel vom einstigen Bestand übrig gelassen haben ("Slash and Burn"). Ihre Apelle für mehr ökologisches Bewusstsein münden am Ende inden Weckruf "Mifohaza", alle Differenzen beiseite zu schieben, um gemeinsam zur Rettung des Landes beizutragen ("Salamalama Aby").
Beim Zebu, von dem im Albumtitel die Rede ist, handelt es sich
übrigens um ein buckliges Rund, dem man auf den Straßen und Wiesen
von Madagaskar allerorten begegnet. Nach ihm hat Razia auch ihre
Stiftung "Zebu Nation" benannt, mit der sie plant, in bedrohten
Regionen der Insel 10 000 Bäume
zu pflanzen.
Autor: Daniel Bax
| Titel | Zebu Nation |
|---|---|
| Vertrieb | Cumbancha Discovery / Exil |
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