Dienstag, 07.02.2012
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Pick a Dream
Sakifo/ Outhere records
CD Cover "Pick a Dream"
Es gibt mehr zu entdecken in Südafrika als das Dröhnen
der Stadiontröte Vuvuzela. Es ist dort auch nicht alles nur
wummernder Kwaito-House oder althergebrachter Township-Jive. Nein,
es gibt auch eine quirlige HipHop-Szene am Kap, die sich hören
lassen kann. Aus Johannesburg, wo einst die Wiege des
südafrikanischen Jazz stand, stammen Tumi and the Volume. Das
Quartett um den eloquenten MC Tumi Molekane wurde 2002 gegründet
und zählt inzwischen zu den aufregendsten Live-Acts, die das stolze
Gastgeberland der Fußball-WM 2010 zu bieten hat.
Der erste Eindruck: Tumi and the Volume klingen, als seien sie
direkt einem Underground-Club in New York oder Philadelphia
entsprungen. Ihre Kombination aus Spoken Word-Poesie und treibendem
Funk, angereichert durch Samba- und Afrobeat-Einschübe, Ausflüge in
Swing und Reggae, sowie gezielt eingestreuten Rockriffs
qualifiziert sie für die erste Liga ihres Metiers. Tatsächlich
wurden die Newcomer aus dem südlichen Afrika schon des öfteren mit
Old School-Legenden und Conscious Rappern wie A Tribe Called Quest,
The Roots oder dem Latino-Duo The Beatnuts in einem Atemzug
genannt.
Der füllige Rapper Tumi Molekane, der mit seinen engagierten Texten
und seinem souveränen Flow so etwas wie die Stimme der
Post-Apartheid-Generation seines Landes geworden ist, bildet das
Gravitationszentrum der Band. Ihn umgibt eine vierköpfige
Konzeptband, die in ihrer charakteristischen Mischung aus Weiß und
Schwarz, aus jüdischen, christlichen und muslimischen Mitgliedern
ein geradezu mustergültiges Abziehbild der Regenbogennation bietet.
Die HipHop-Combo besteht aus dem Gitarristen Tiago C. Paulo, dem
Bassisten Dave Bergman und dem Drummer Paulo Chibanga. Nicht nur
die Geschmeidigkeit ihres kompakten Zusammenspiels, sondern auch
ihr spielerischer Umgang mit mannigfachen Einflüssen, von den
historischen Vorbildern aus HipHop, Rock und Funk bis zu Elementen
aus ihrer eigenen Region, heben Tumi & the Volume aus der Masse
vergleichbarer Projekte heraus.
In Südafrika haben sie längst Kultstatus erlangt, über Gastspiele
in Norwegen und Kanada ist ihr Ruf inzwischen auch über die
Insider-Zirkel in ihrer Heimat hinaus gedrungen. "Pick A Dream" ist
nun das erste Album, das auch in Deutschland erscheint. Es enthält
elf packende Tracks, die einen bleibenden Eindruck machen: Beat
Poetry mit Charakter. Die internationalen Gäste, die an den
Aufnahmen beteiligt waren, fügen sich nahtlos in den organischen
und melodischen Groove: mal steuert der Akkordeonist Fixi von der
französischen band Java ein paar Takte bei, mal greift der Rapper
Zubz aus Simbabwe zum Mikrophon.
Es überrascht nicht, dass Tumi Molekane und seine Mitstreiter die Bühne schon mit einigen Schwergewichten des US-HipHop-Undergrounds die Bühne geteilt haben - von Talib Kweli, der Ikone des Independent Rap, über die Spoken-Word-Koryphäe Saul Williams bis zu Black Thought von den Roots. Und dabei stehen Tumi and the Volume erst ganz am Anfang ihrer Karriere. Die Prognose fällt nicht schwer: auch wenn die Fußball-WM in Südafrika längst Geschichte ist, wird man von dieser Band noch viel hören.
Autor: Daniel Bax
| Titel | Pick a Dream |
|---|---|
| Vertrieb | Sakifo/ Outhere records |
| Bestellnummer | 3216162 |
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