Donnerstag, 23.05.2013
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Funkhaus Europa
Themen
Aleksandra Dier
Sendung vom 24. Oktober 2012
Am 24. Oktober 1945 trat die Charta der Vereinten Nationen in Kraft. In der Schaltzentrale der Weltpolitik, dem UN-Hauptquartier in New York, arbeiten Menschen aus den 193 UN-Mitgliedsländern - darunter auch die Deutsche Aleksandra Dier. Bei Funkhaus Europa erzählt sie vom Arbeitsalltag mit Kollegen aus aller Welt.
Auf Aleksandra Diers Schreibtisch bei der UN landen die ganz schweren Jungs: Zum Beispiel Terroristen, denen auf Antrag einzelner Länder das Bankkonto eingefroren oder die Reisefreiheit entzogen werden soll. Die 32-jährige Politologin arbeitet in der UN-Abteilung für Sanktionen und feilt dort an Konzepten für die Sanktionsausschüsse des UN-Sicherheitsrats. Ihre Dossiers sollen zeigen, wie beschlossene Sanktionen umgesetzt werden können oder wie man kontrolliert, dass sie von den UN-Mitgliedsländern auch eingehalten werden.
Meinungsverschiedenheiten sind im UN-Alltag die großen Hürden, banale Verständigungsschwierigkeiten die kleinen Stolpersteine. So hat Aleksandra Dier in ihrem internationalen Kollegenkreis gelernt, dass Englisch nicht gleich Englisch ist. Einmal habe ein Kollege sie nach ihrer Meinung zu einer geplanten Initiative seiner Abteilung gefragt, worauf sie mit einem britisch gemeinten "very interesting" reagierte - "nette Idee, aber sinnlos". Ihr Kollege fasste die Sache aber anders auf und schritt euphorisch zur Tat.
Ein Job an einem Ort wie der UN, wo Menschen aus unterschiedlichen Ländern aufeinandertreffen, erscheint fast vorgezeichnet bei einer Frau mit Aleksandra Diers Lebenslauf: Geboren ist sie im polnischen Breslau, aufgewachsen in Kleve am Niederrhein, zum Master- und Promotionsstudium ging es nach Oxford, und anschließend arbeitete sie in der politikwissenschaftlichen Forschung in Zürich. "Mein Leben in unterschiedlichen Ländern ist sicherlich der Anknüpfungspunkt zu meinem Interesse, wie Staaten zusammen funktionieren können", meint Aleksandra Dier.
Wenn man sie auf Heimatgefühle anspricht, kommt die Antwort einer typischen Kosmopolitin: "Ich habe mehrere Orte, an denen ich mich zuhause fühle - dort, wo meine Eltern oder Freunde sind, dort wo ich mal gelebt habe und mich auskenne." New York, wo sie nun seit zwei Jahren lebt, hat für Aleksandra Dier die besten Voraussetzungen einer neuen Heimat: "Ich fand es überhaupt nicht schwer, mich hier einzuleben. Hier wird man mit offenen Armen empfangen, denn in dieser Stadt kommt jeder von irgendwo anders her."
(Regina Mennig)
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