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Jasmina Prpić
Sendung vom 17. Oktober 2012
Flüchtling, engagierte Bürgerin, Frau Europas 2012. Seit ihrer Flucht aus Bosnien kämpft Jasmina Prpić mit juristischen Mitteln für Frauenrechte auf der ganzen Welt. Als "Anwältin ohne Grenzen" setzt sich die Freiburgerin jetzt für die Gleichstellung der Frauen in Ländern des Arabischen Frühlings ein.
Zehn Jahre lang hat Jasmina Prpić in Bosnien zunächst als Richterin und dann als Anwältin gearbeitet - bis sie vor 20 Jahren mit ihrer Familie vor dem Krieg nach Deutschland floh. Sie arbeitete als Putzfrau, als Kellnerin, sie lernte Deutsch. An der Universität Freiburg belegte die Juristin einen Aufbaustudiengang - doch der erworbene akademische Titel berechtigt sie nicht, sich in Deutschland als Anwältin niederzulassen. Doch die heute 58-Jährige ließ sich nicht unterkriegen. Sie schrieb Aufsätze über Menschenrechtsverletzungen, hielt Vorträge, nahm an Delegationsreisen bis nach Iran teil. Mit "Medica Mondiale" reiste Jasmina Prpić schließlich in den Kosovo, um dort potenzielle Zeuginnen von Vergewaltigungsverbrechen juristisch zu betreuen. "In dieser Zeit habe ich viel Leid gesehen und furchtbare Erfahrungen gemacht", so Prpić. Sie erfuhr von Fällen der Blutrache, Zwangsheirat, von Bigamie, sowie der weit verbreiteten häuslichen Gewalt an Frauen. Organisationen, die diesen Frauen helfen, gab es nicht. Das wollte Jasmina Prpić ändern.
Website von Anwältinnen ohne GrenzenZurück in Freiburg gründete sie mit elf anderen Juristinnen verschiedener Herkunft den Verein "Anwältinnen ohne Grenzen e.V.", der in drei Wochen sein fünfjähriges Bestehen feiern wird. Ihr Thema: Die Durchsetzung der UN Frauenrechtskonvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. So setzt sich Jasmina Prpić zum Beispiel für das Wahlrecht für Migranten ein, dafür, dass ausländische Diplome in Deutschland anerkannt werden und sie kämpft vor allem auf internationaler Ebene für Frauenrechte. Für dieses Engagement wurde Jasmina Prpić gerade vom Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland als "Frau Europas 2012" ausgezeichnet.
Die Preisträgerin hat alle Hände voll zu tun: Mit dem neuen Projekt "Arabischer Frühling" engagieren sich Prpić und ihre Kolleginnen nun für Frauen in Tunesien, Libyen und Ägypten und organisieren eine Konferenz mit Frauenrechtlerinnen und Männern aus Politik und Wissenschaft aus den betroffenen Ländern. Das Ziel: Die Gleichberechtigung in den neuen Verfassungen zu verankern. Jasmina Prpić: "Man muss das Unmögliche wollen, um das Mögliche zu erreichen."
(Carmen Sadowski)
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