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Die AGB-Checker
Sendung vom 24. Oktober 2012
Im Internet hat jeder schon mal gelogen. Zumindest dann, wenn er irgendwo sein Häkchen setzt und bestätigt, die AGBs gelesen zu haben. Denn wer hat schon Zeit oder Lust, sich meterlange Nutzungsbedingungen anzuschauen? Es geht auch einfacher, haben sich ein paar schlaue Leute gedacht und eine Art Übersetzungsportal für AGBs gestartet.
Anna Bianca Krause im Gespräch mit Marcel Roth, Journalist (24.10.12), 4'50
Terms of Service - didn't read. Die AGBs nicht gelesen. Das ist der Slogan der neuen Seite, die die AGBS von Internetdiensten wie Google, Facebook und Twitter bewertet. Dazu haben die drei Macher um Jan-Christoph Borchardt etwa 500 Freiwillige versammelt, die jeden einzelnen Satz des Kleingedruckten danach abklopfen, inwieweit er den Nutzer einschränkt. In einem Forum wird darüber diskutiert und wenn sich alle einig sind, wird der Internetdienst bewertet.
Ähnlich wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen vergeben die Macher grüne bis rote Labels. Tiefrot ist zum Beispiel der Service Twitpic. Wer dort ein Foto veröffentlichst, hat es für immer und ewig Twitpic gegeben, auch löschen hilft nicht mehr. Das musste zum Beispiel auch der Mann erleben, der vor drei Jahren ein Flugzeug in New York fotografiert hat, das im Hudson River notgelandet war. Er hatte das erste und tollste Foto davon, hat es per Twitpic ins Internet gestellt. Und am nächsten Tag war das Bild in allen Zeitungen.
Auch Google und Facebook haben ähnliche Regeln. Eine grüne Gesamtnote haben die Macher der Seite bisher nur bei duckduckgo.com gegeben, einer Suchmaschine wie Google.
Die Macher sind aber nicht nur AGB-Checker. Sie arbeiten auch an einem Internet-Projekt zum Thema Cloud, in der wir unsere Fotos, Videos, Musik und Texte speichern und auf die wir jederzeit überall auf der Welt zugreifen können. Die bekanntesten Cloud-Dienste sind Dropbox, Skydrive, iCloud oder die Amazon-Cloud Drive. Aber auch hier fragen die Macher von www.tos-dr.info, wo sich die Daten befinden, unter welche Gesetze sie dann fallen und wer im schlimmsten Fall darauf zugreifen kann. Ihre einfache Lösung: Jeder sollte seine eigene Cloud zu Hause haben, als Netzwerk-Speicher, auf den man von überall auf der Welt zugreifen kann.
Technisch ist das schon heute kein Problem mehr. Damit auch Otto-Normal-User eine eigene Cloud betreiben können, arbeiten die Macher an einer einfachen Bedienung. Ihr System heißt ownCloud.
(Marcel Roth)
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