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Murks nach Plan

Vorprogrammierter Ärger bei Elektrogeräten

Sendung vom 25. Oktober 2012

Egal ob Handy oder Waschmaschine: Viele technische Geräte geben kurz nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist den Geist auf. Eine Reparatur ist häufig kostspieliger als die Neuanschaffung. Und häufig kommt dann der Gedanke auf, dass das vom Hersteller alles so gewollt ist. Aber kann das wirklich sein?

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Katrin Schröter im Gespräch mit Melih Serter, Funkhaus Europa-Reporter (25.10.12), 4'27


Ob es jetzt die Waschmaschine, der Kaffeevollautomat, der Handmixer oder sogar das neue Auto ist: Die 44-jährige Mutter Mareike Neudecker hat es schon immer geahnt. Neue Geräte sind nicht mehr das, was sie mal waren. Vor drei Jahren kaufte sie sich eine moderne, sparsame, ökologische Waschmaschine, die kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist nicht mehr funktionierte. "Wir haben die Maschine an den Händler zurückgegeben. Und dabei erfuhr ich, dass das schon bei unzähligen Maschinen so passiert ist", erzählt sie und ärgert sich über den deutschen Markenhersteller.


Viele Verbraucher sprechen von Abzocke. Zum Beispiel bei Fernsehern. Zwar sind die modernen Flachbildschirme im Gegensatz zu den alten Röhrengeräten leicht und schön, aber wenn sie nach kurzer Zeit kaputt gehen, ist es rausgeschmissenes Geld. Damit nochmal zurück zum Verkäufer, bedeutet außerhalb der Gewährleistungszeit zudem immer Aufwand und Ärger. Erst muss das Gerät eingeschickt werden, dann wird ein Kostenvoranschlag erstellt und für die Überbrückungsdauer bekommt man auch nicht immer ein Ersatzgerät.


Bis zu 80 Prozent Netzteilfehler

Aber nicht nur große Produkte, sondern auch kleine gehen schneller kaputt als gewünscht. Das kann ein Glätteisen sein, ein Föhn, die elektrische Zahnbürste. Die meisten Hersteller kennen die Macken ihrer Geräte und können sogar abschätzen, nach wie vielen Arbeitsstunden sie ihren Dienst quittieren. Oft sind es ganz banale Bauteile, die kaputt gehen, weiß Radio und Fernsehtechniker Nusret Yilmaz: "Netzteile sind in der Regel unterdimensioniert. Angefangen beim Trafo. Der ist oft viel zu klein und schlecht gebaut. Defekte, die an den neuen Bildschirmen entstehen, sind bis zu 80 Prozent auf Netzteilfehler zurückzuführen, und dann ist alles andere nicht mehr reparierbar."


Dass die Produkte kurz nach der Garantiezeit den Geist aufgeben, ist pure Absicht, meint Jürgen Stellpflug von der Zeitschrift ÖkoTest. "Das ist eine weitere Strategie, dass die Hersteller versuchen, die Reparatur immer komplizierter zu machen oder dass sie auch versuchen, die Reparatur immer teurer zu machen. Bei den Digitalkameras kostet eine Reparatur standardmäßig 150 Euro. Dabei bekommt man eine recht gute Digitalkamera schon für 80 oder 90 Euro neu. Und da fragt man sich natürlich, welcher Verbraucher sich da noch auf die Reparatur einlässt."


Mehr zum Thema

Mittlerweile gibt es viele Verbraucher, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen und nach Lösungen suchen. So kann man zum Beispiel auf der Internetseite "murks-nein-danke.de" nicht nur seinen Frust über kaputte Geräte loswerden. Auf der Homepage finden sich auch gelungene Reparaturanleitungen für verschiedene Produkte.
(Melih Serter)





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