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Thema

Ist Bio wirklich besser?

US-Studie findet kaum Gesundheitsvorteile von Bio-Produkten

Sendung vom 04. September 2012

Biologisch angebautes Gemüse oder Milch- und Fleischprodukte von Biobetrieben sind nicht eindeutig gesünder als konventionell erzeugte Lebensmittel. Sie enthalten jedoch weniger Pflanzenschutzmittel. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der amerikanischen Universität Stanford gekommen.

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Kathrin Schröter im Gespräch mit Ruth Schulz, WDR-Wissenschaftsredaktion

(04.09.12), 3'48


"Wie ernähre ich mich besonders gesund?" - diese Frage bekam die Medizinerin Dena Bratava immer wieder von ihren Patienten zu hören. Um sie zu beantworten, hat sie sich gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen aus über 1000 Studien die 237 besten herausgesucht und ausgewertet.


Mehr Omega-3-Fettsäuren, gleiche Keimbelastung

Diese Studien zeigen: Bio-Obst und Bio-Gemüse enthalten nicht mehr Vitamine und Mineralien als konventionell angebaute Produkte. Nur etwas mehr Phosphor wurde nachgewiesen, dies hat aber keinen direkten gesundheitlichen Vorteil. Bio-Milch enthält nicht mehr Eiweiß oder Fett - einige Studien fanden lediglich mehr Omega-3-Fettsäuren, die als recht gesund gelten.


Fleischstücke in einer Metzgerei; Rechte: dpa Bild vergrößern

Bio oder konventionell - kein Unterschied

Biologisch angebaute Pflanzen sind deutlich seltener mit Pflanzenschutzmitteln belastet, aber sie sind auch nicht immer zu 100 Prozent frei davon. Die Pestizidbelastung der Standardprodukte bleibt laut der Stanford-Studie meist unter den erlaubten Grenzwerten und ist nicht riskant. Bio-Produkte sind aber deshalb auch nicht gesünder.

Auf Fleisch von Biohöfen fanden die Wissenschaftler ähnlich viele E-Coli Bakterien und Salmonellen wie auf Fleisch von konventionellen Höfen - deutlich seltener wurden aber Keime entdeckt, die gegen Antibiotika resistent sind. Doch auch in diesem Punkt kann man nicht direkt von einem gesundheitlichen Risiko bei konventionellem Fleisch sprechen.


Bio ist besser für Tiere und Umwelt

Reportage

Die Vorzüge von Bioprodukten betreffen vor allem Tiere und die Umwelt, betonen Wissenschaftler in Deutschland als Reaktion auf die Studie der Kollegen aus Stanford. Die Tiere werden artgerecht gehalten und naturnah gefüttert, im Pflanzenbau nutzt man nur wenige, geprüfte Pflanzenschutzmittel und verzichtet auf synthetische Düngemittel.

Wer sich gesund ernähren will, sollte viel Obst und Gemüse essen, egal ob aus biologischem oder konventionellem Anbau - das schließt die Wissenschaftlerin Dena Bratava aus ihren Ergebnissen.
(Ruth Schulz)





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