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Thema

20er-Jahre Partys

Reise in die Vergangenheit

Sendung vom 08. Februar 2012

Wenn man das Stichwort "Goldene Zwanziger" hört, denkt man sicherlich an die Inflation, an Marlene Dietrich und Partys, auf denen Leute zu Swing-Musik aus dem Grammophon tanzen. Mittlerweile gibt es immer öfter Gelegenheit, diese Zeit wieder aufleben zu lassen - auf 20er-Jahre Partys.

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Niko Aslanidis im Gespräch mit Murat Koyuncu

(08.02.12), 4'55


Ein großer Festsaal, getaucht in verführerisch-dunkles Licht. Die Gäste sehr schön und chic gekleidet. Die Damen tanzen in Fransenkleidern, mit Perlenketten und Federboas geschmückt, die Herren tragen Anzüge, manche mit Weste, dazu schicke Schuhe mit Gamaschen dran. In den Händen: keine Cola und kein Bier, sondern stilechte Drinks wie Absinth. Auf einer Bühne steht ein DJ, der mit Hilfe eines Grammophons für gute Stimmung sorgt! Getanzt wird an diesem Abend zu Ragtime oder Swing. Wer nicht tanzen möchte, kann sein Spielgeld, das er beim Eintritt in die Hand gedrückt bekommt, an einem der Pokertische verspielen.


„Am Anfang war es nur eine Idee!“

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Partyreihe hatte Inga Jacob aus Berlin. Sie könnte die Schwester von Marlene Dietrich sein: Wasserstoffblonde, kinnlange und gelockte Haare, dazu schmale, leicht gebogene Augenbrauen. Und wie die damalige Filmdiva trägt auch Inga einen dunklen Hosenanzug, in der Hand eine Zigarettenspitze. Authentizität ist für sie von großer Bedeutung: Sie nennt sich auf diesen Partys Fräulein Else Edelstahl.

"Wir spielen nicht irgendwas nach, wir leben in den Zwanzigern. Daher haben wir auch alle ganz andere Namen. Manche übernehmen die Namen ihrer Großeltern oder irgendwelcher Vorbilder. Und bei mir ist es der Name meiner Großmutter." Die Goldenen Zwanziger - ein Lebensgefühl, das sie schon immer fasziniert habe: Eine Zeit, in der die Frauen zum allerersten Mal die Haare kurz hatten, Hosen trugen oder sich auch trauten, in der Öffentlichkeit zu rauchen.

Vor acht Jahren kam ihr dann die Idee, für ihre Freunde eine kleine Party im Stil der Zwanziger-Jahre zu schmeißen. Heute ist sie mit ihrem Konzept in vielen Großstädten zu Gast - mit großem Erfolg.


Ganz wichtig: Dresscode!

Wer in Jeans und T-Shirt ankommt, kann eigentlich gleich wieder nach Hause gehen. Der Dresscode ist sehr wichtig, da die Party von der Authentizität, vom Ambiente und letztendlich auch von den Gästen lebt. Wer zwar schick und nach Kleiderordnung auftaucht, aber noch ein Accessoire vergessen hat, wie Hosenträger oder Federschmuck, dem kann vor Ort geholfen werden.

Dafür gibt es das so genannte Bauchladenmädchen: Verkäuferinnen, die einen Mini-Stand vor sich tragen und allerlei Schnickschnack anbieten. Auch Tascha ist so ein Bauchladenmädchen. Bei der Wuppertalerin, die sich auf der Party Fräulein Mausweh nennt, bekommt Mann Hosenträger, Einstecktücher, verschiedene Fliegen und Anklebebärte.
Für die Damen hat sie Handschuhe, Haarreifen, Haarblüten, Stirnbänder oder Perlenketten. Auch Zigarren oder Zigaretten verkauft Tascha über ihren Bauchladen. Wer nicht raucht, aber dennoch das Feeling haben möchte, für den gibt es Schokoladenzigaretten. (Murat Koyuncu)





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