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Bittere Schokolade
Sendung vom 24. Januar 2012
Die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Produzent von Rohkakao. Und nirgendwo liebt man Schokolade mehr als in Deutschland und der Schweiz. Doch der Konsum von Kakaoprodukten ist leider kein harmloses Vergnügen, denn gerade in der Elfenbeinküste werden Kinder auf Kakaoplantagen wie Sklaven gehalten.
Elif Senel im Gespräch mit Alexander Göbel, Afrika-Korrespondent
(24.01.12), 4'51
Der CNN-Reporter David McKenzie war für mehrere Monate in Westafrika, um dort über die Produktionsbedingungen auf Kakaoplantagen zu recherchieren. Die Missstände, die er in der Elfenbeinküste entdeckt hat, haben ihn bis heute nicht losgelassen.
Kakaobäume sind typische Schattenpflanzen. Sie gedeihen am besten im Unterholz oder im Schatten anderer Kulturpflanzen. Um die reifen Früchte vom Baum ernten zu können, muss man möglichst klein und beweglich sein - und hier beginnt die leidvolle Geschichte der Kindersklaven der Elfenbeinküste.
Schon vor über zehn Jahren wurde in den Medien über Kinder und Jugendliche aus Mali und Burkina Faso berichtet, die mit falschen Versprechungen in die Elfenbeinküste gelockt oder sogar verschleppt wurden. Damals versicherten viele Lebensmittelkonzerne, in Zukunft genauer auf die Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferer achten zu wollen. Geändert hat sich seitdem offenbar nicht viel. UNICEF und die Hilfsorganisation Terre des Hommes schätzen die Zahl der Kinder, die auf Plantagen in West- und Mittelafrika eingesetzt werden, nach wie vor auf über 200.000. Unklar ist dabei, wie viele dieser Kinder zur Arbeit gezwungen werden.
Elif Senel im Gespräch mit Friedel Hütz-Adams, Südwind Institut
(24.01.12), 6'13
Das Institut Südwind beobachtet die Wertschöpfungsketten auf dem weltweiten Schokoladenmarkt seit langer Zeit und hat mehrere Studien zu den sozialen und ökologischen Missständen in der Schokoladenproduktion veröffentlicht. Da in Deutschland ein Großteil des weltweit geernteten Rohkakaos verarbeitet wird, fordert Südwind-Mitarbeiter Friedel Hütz-Adams einen Runden Tisch aller deutschen Marktbeteiligten, um gemeinsam die Arbeitsbedingungen in Westafrika zu verbessern.
In den Niederlanden konnte eine ähnliche Runde bereits erste Ergebnisse vorweisen. Dort hat sich unter anderem das Unternehmen Mars dazu verpflichtet, nur noch Produkte aus nachhaltig angebautem Kakao anzubieten.
(Dominik Jozic)
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