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Ein Jahr nach der Revolution
Sendung vom 23. Januar 2012
Vor genau einem Jahr, am 25. Januar, sprang der Funke der Revolution von Tunesien auf Ägypten über. Vor allem junge Menschen aus allen sozialen Schichten rebellierten gegen das Regime Husni Mubaraks - mit Erfolg. Nach 17 Tagen trat der Machthaber zurück. Doch was hat sich seitdem verändert? Unser Reporter Steen Thorsson hat mit jungen Aktivisten gesprochen.
Was ist aus den Träumen von einst geworden? Nach einem Jahr fühlen sich viele junge Rebellen um die Früchte ihres Kampfes betrogen. Denn noch immer regiert eine Militärjunta und für die Mehrheit der Bevölkerung hat sich der Alltag nicht verbessert.
Anna-Bianca Krause im Gespräch mit Steen Thorsson
(26.01.12), 4'05
Mosireen ist ein Medienkollektiv, bestehend aus Bloggern, Aktivisten und Street-Artisten. Sie sammelen Videos rund um die Proteste und den Umsturz und stellen alles auf einer Plattform ins Netz. Einer der Aktivisten ist Sherief. Unmittelbar nach Beginn der Proteste reiste er extra aus den USA an, um die Demonstrationen zu unterstützen. Bereits einen Tag nach seiner Ankunft wurde ihm die Nase gebrochen.
Anna-Bianca Krause im Gespräch mit Steen Thorsson
(25.01.12), 4'00
Am Jahrestag der ägyptischen Revolution schaut die ganze Welt auf den Tahrir-Platz, denn dort hat der Umbruch im Land begonnen. Schon am frühen Morgen haben sich Tausende dort versammelt. Bis zum Abend werden 100.000 Menschen erwartet, die an diesem symbolträchtigen Ort an den Beginn des Aufstands erinnern wollen. Unter den Anwesenden sind auch die Angehörigen der so genannten "Märtyrer", denn auch den Opfern der Protestbewegung soll an diesem Tag gedacht werden. Am Vorabend haben junge Aktivisten an mehreren öffentlichen Orten Kairos Videos der Proteste gezeigt, die sonst nur auf Youtube zu sehen sind. Damit wollen sie deutlich machen, dass die Revolution in ihren Augen noch nicht beendet ist.
Sebastian Filipowski im Gespräch mit Steen Thorsson
(24.01.12), 3'33
Auf dem Tahrir-Platz stehen die Menschen in kleinen Gruppen zusammen und diskutieren darüber, wie man mit diesem besonderen Tag umgehen soll. Ist er ein Grund zum Feiern oder hat der eigentliche Umbruch gerade erst begonnen? Mahmud und Ali, die als Hausmeister und Straßenverkäufer in der Nähe des Tahrir-Platzes arbeiten, sind jedenfalls enttäuscht. Ihrer Ansicht nach hat sich seit dem Rücktritt Mubaraks nichts geändert. Für sie dennoch kein Grund, den Kampf für Frieden und soziale Gerechtigkeit aufzugeben.
Funkhaus Europa-Reporter Steen Thorsson über den Streetartist und Blogger Ganzeer
(23.01.12), 3'34
Der Streetartist Ganzeer organisiert momentan die "Mad Graffiti Week" - ein kleines Streetart- und Graffiti-Event, mit dem er gegen die Machtbefugnisse des Militärrats protestieren will. Auf seiner Homepage ganzeer.blogspot.com erhält jeder Bürger die Möglichkeit, Schablonen oder Poster mit politischen Motiven auszudrucken und sich kreativ an einer Wand im Herzen Kairos auszutoben.
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