Montag, 21.05.2012
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Funkhaus Europa
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Koffergeschichten
Sie wollten nur wenige Jahre bleiben. Etliche sind auch wieder zurückgekehrt. Die meisten jedoch sind geblieben. Und so wurde aus der angestrebten Liaison zwischen türkischen Gastarbeitern und den Deutschen eine handfeste Ehe. 50 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zieht Funkhaus Europa Bilanz und lässt Einwanderer und ihre Kinder und Enkel zu Wort kommen.
Beitrag von Jasmin Khatami, Reporterin
(31.10.11), 3'15
Großer Bahnhof in München: Fünf Tage lang waren sie unterwegs. Fünf Tage reisten sie auf den Spuren der Vergangenheit. Gestern (30.10.11) ist der Sonderzug dann in München angekommen, der zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens in Istanbul gestartet war. Der zur Ankunft von einer Nostalgie-Lok gezogene Zug fuhr über Bulgarien, Serbien, Kroatien und Österreich nach Deutschland. Mit an Bord waren neben Politikern und Künstlern auch etwa 40 Zeitzeugen aus der ersten Generation von Gastarbeitern, jede Menge Geschichten und auch ein bisschen Wehmut.
Vivian Perkovic im Gespräch mit Asli Sevindim, Reporterin
(28.10.11), 4'24
Ein roter Ford Transit macht sich auf den Weg durch Almanya. Am Steuer sitzen die Journalisten und Migrantenkinder Asli Sevindim und Till Nassif. Die Route: 3000 km Heimat für fast drei Millionen Türken in Deutschland. Ihre Familien kamen hierher, als auch die Autoindustrie dringend Arbeiter brauchte. Der Transit ist ein Symbol für den Erfolg in der Fremde, denn er bietet genügend Platz für die Familie und Gastgeschenke auf dem langen Weg in den Heimaturlaub. Auch Asli und Till nutzen das Gefährt für eine Reise durch Deutschland, auf der Suche nach Menschen mit türkischen Wurzeln - abseits von allen Klischees.
"Mit dem Transit durch Almanya", am 31.Oktober 2011, von 22.00 - 23.30 Uhr im WDR-Fernsehen oder in der ARD-Mediathek (siehe Linkbox).
Beitrag von Melahat Simsek
(26.10.11), 3'37
Gastronomie, Gemüseläden oder Türsteher: Das sind die üblichen Klischees über die Berufsbilder türkisch-stämmiger Einwanderer. Melih Kesmen beweist, dass es auch anders geht. Er ist gläubiger Muslim und Designer des Wittener Modelabels StyleIslam. In der Überzeugung, dass viele religiös-konservative Menschen trotzdem nicht auf stylische junge Mode verzichten wollen, bietet das Unternehmen Kleidung mit religiösen Motiven an - mit großem Erfolg.
Beitrag von Jasmin Khatami
(25.10.11), 3'00
Immer mehr junge und gut ausgebildete Türken wandern in das Land ihrer Eltern und Großeltern aus. Nicht nur weil das Land am Bosporus wirtschaftlich boomt und jungen Türken beste Arbeitsmöglichkeiten bietet. Viele junge Deutsch-Türken empfinden die Lebensqualität in einem Land, das sie nicht stigmatisiert oder ständig zum Problem erklärt, als angenehmer.
Beitrag von Luise Sammann
(24.10.11), 3'31
Viele der türkischen Gastarbeiter wollten nur wenige Jahre in Deutschland bleiben. Doch sie gewöhnten sich schnell an das vergleichsweise hohe Einkommen und nach wenigen Jahren verabschiedeten sie sich vom Ziel, wieder in die Türkei zu ziehen. Suat Bayar dagegen ist der Absprung gelungen. Nach 15 Jahren in einer Dortmunder Fabrik kehrte er Mitte der 80er-Jahre ganz plötzlich in die Türkei zurück. Luise Sammann hat ihn getroffen.
Beitrag von
Luise Sammann
(21.10.11), 3'53
50 Jahre alt ist das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei. Eigentlich ein Jubiläum, das man feiern sollte. Doch es gibt auch eine andere Seite, deren Auswirkungen bis heute das Leben vieler Menschen prägen. Es sind Geschichten von zerrissenen Familien, von entwurzelten Menschen oder komplizierten Ehen. Luise Sammann berichtet von einer Liebe zwischen Mannheim und Gaziantep, in der sich das Paar seit 19 Jahren weder für die Türkei noch für Deutschland entscheiden kann.
Beitrag von
Melahat Şimşek
(20.10.11) 4'00
Viele der ersten Gastarbeiter waren türkische Frauen, die Ehemann und Kinder zurückließen, um nach Deutschland zu kommen. Und das in Zeiten, in denen auch deutsche Frauen die Erlaubnis ihrer Männer benötigten, um arbeiten zu dürfen. Hacer Caniklioğlu war eine dieser Türkinnen, die 1962 ihre Familie in Istanbul zurückließ, und wie viele damals alleine nach Deutschland kam. Doch es war eine Emanzipation auf Zeit. Die meisten dieser Frauen haben damals ihre Familien nachgeholt und meistens ihre Arbeitserlaubnis auf ihre Ehemänner übertragen. Schnell waren sie wieder in der gewohnten Rolle der treusorgenden Ehefrau und Mutter. Auch Hacer Caniklioğlu erging es nicht anders. Jetzt als Rentnerin zieht sie eine positive Bilanz ihres "Deutschland Abenteuers".
Beitrag von
Melahat Şimşek
(19.10.11) 4'00
400 Mark monatlich hat Mehmet Erarslan für seinen ersten Job in Deutschland bekommen. 1969 fing er in einem Duisburger Stahlwerk direkt am Ofen an. Ein Knochenjob, den er eigentlich nach ein paar Jahren auch beenden wollte. Doch 1973 entschloss er sich dazu, seine Frau und den damals vierjährigen Sohn von der Schwarzmeerküste nach Duisburg zu holen. Und heute sitzt Mehmet Erarslan mit seinen Kindern und Enkeln an einem Tisch und bereut seine Entscheidung nicht. Mit Funkhaus Europa-Reporterin Melahat Şimşek spricht er über die ersten, harten Jahre in Deutschland.
Beitrag von
Luise Sammann
(18.10.11) 3'51
Das Leben als Gastarbeiter in Deutschland begann für die meisten Türken mit einer zweieinhalb Tage dauernden Zugfahrt von Istanbul nach München. Latif Akcicek hat unzählige Gastarbeiter bei ihrer Reise begleitet, denn er war der Chef des türkischen Zugrestaurants. An die Emotionen und Geschichten von damals erinnert er sich, als hätte er erst gestern in einem der überfüllten Züge gesessen. Deutschland, so sagt er bis heute, ist ihm zur zweiten Heimat geworden - obwohl er immer wieder den Zug zurück nahm. Luise Sammann hat ihn in Istanbul getroffen.
Beitrag von Yıldız Deniz
(17.10.11) 3'37
Am 31.10.1961 setzten Vertreter Deutschlands und der Türkei ihre Unterschrift unter das Anwerbeabkommen. Heute als "integrationspolitischer Problembär" in aller Munde, waren die angeworbenen Türken zunächst beliebt, denn sie galten als "fleißig, bescheiden und konsumfreudig". Dennoch tasteten sich die Deutschen eher behutsam an die im Straßenbild unübersehbar gewordenen Türken an. Die Medien unterstützten sie dabei und berichteten immer mehr über Sitten und Gebräuche der Gastarbeiter.
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