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Mülheimer Hot Spot-Forscher
Sendung vom 15. Juli 2011
Sebastian Kleff interessiert sich nicht für Sehenswürdigkeiten. Er möchte vielmehr wissen, wo er sich in Mülheim wohlfühlen kann. Dafür hat er mit Helfern 200 Mülheimer nach ihren Lieblingsorten befragt und dann eine psychogeographische Karte erstellt.
Vivian Perkovic im Gespräch mit Sebastian Kleff (15.07.11), 3'25
Sebastian Kleff ist schon viel herumgekommen. Anfang 2010 landete er im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres in Mülheim an der Ruhr. Über einen Freund hatte er vom Projekt "2-3 Straßen" erfahren und war sofort begeistert. Bei dem Kunstprojekt zogen Menschen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern für ein Jahr ins Ruhrgebiet. Die Wohnungen durften sie kostenfrei nutzen, mussten dafür aber das Leben in der neuen Stadt in einem Text dokumentieren.
Da der 31-Jährige sich in Mülheim nicht besonders gut auskannte, wollte er wissen, wo sich die Wohlfühlorte der Stadt befinden. Und so entstand das Projekt "Hot Spots Mülheim". Sebastian zog mit einigen Helfern durch die Straßen und befragte die Menschen, die er unterwegs traf nach Orten, die sie besonders schön oder besonders hässlich finden. Dabei war wichtig, dass die Befragten spontan antworteten.
Einige Kinder bezeichneten beispielsweise McDonalds als Lieblingsort, andere nannten den Ort, an dem sie ihren Ehepartner kennengelernt hatten. Katastrophal wurde dagegen die Fußgängerzone bewertet. Dort fühlen sich viele Mülheimer offensichtlich nicht wohl. Und deswegen bekam die Gegend auf dem Stadtplan auch einen roten Punkt.
Das Ergebnis der Befragung ist eine psychogeographische Karte, die nicht die Sehenswürdigkeiten abbildet, sondern Orte, zu denen Menschen einen emotionalen Bezug haben - sowohl positiv als auch negativ.
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