Samstag, 04.02.2012

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Team Redaktion

Murad Bayraktar

Köln Radyosu, Cilgin, Cafe Alaturka

Murad Bayraktar; Rechte: WDR Bild vergrößern

Murad Bayraktar

Es fing alles an in...
Witten an der Ruhr - ein kleines Städtchen im Ruhrgebiet. Dann ging es erst nach Istanbul. Zwanzig Jahre später wieder ins Revier: Diesmal landete ich in Bochum und vor ein paar Jahren schließlich im Rheinland, genauer gesagt in Köln.

Was wäre eigentlich aus mir geworden?
Wenn ich nicht Journalist geworden wäre? Wahrscheinlich Botschafter; entweder türkischer Botschafter in Berlin oder deutscher Botschafter in Ankara.

Meine Stadt, mein Land, mein Fluss...
New York City & Istanbul, Deutschland & Türkei, Seine & Rhein.

Meine Musik...
Montserrat Caballé, Omara Portuondo, Randy Crawford, Musik aus der Türkei in Ihrer vollen Vielfalt sowie Filmmusik.

Meine Filme...
Magnolia, Crash, Mission Impossible 1

Meine Bücher...
Bücher von Michhael Cunningham, Geraldine Brooks oder Can Dündar. Lyrik von Ismet Özel oder T.S. Elliot.

Mein größter Luxus...
Bücher von Michhael Cunningham, Geraldine Brooks oder Can Dündar. Lyrik von Ismet Özel oder T.S. Elliot

An einem freien Tag...
renne ich zur Arbeit !

Funkhaus Europa ist.../Was ich noch sagen wollte...
für mich gut definierbar, mit meinem ehemaligen Text von dieser Seite: Mein Vater holte letztens ein Büchlein heraus, das man ihm Anfang der 60er Jahre in die Hand gedrückt hatte, als er nach Deutschland kam. Der Titel: "Wie verhält man sich in Deutschland als Gast?" Er war in Deutschland zu Gast und arbeitete auch, somit also ein "Gastarbeiter". Meine Eltern lebten lange mit der Prämisse, wie viele andere auch "zurückzukehren".

Viele "Gastarbeiter-Kinder" meiner Generation wurden in die Türkei "vorgeschickt", um die "eigene Kultur" zu erlernen, obwohl die Eltern hier blieben, um noch ein wenig zu sparen. Auch ich gehörte dazu. Bis zum Jahr 2001 habe ich die Hälfte meiner bisherigen Lebenszeit in der Türkei und die andere Hälfte in Deutschland verbracht.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie man als kleines Kind das deutsche Fernsehen und die Spielereien abstellen musste, wenn im Radio die tiefe Stimme eines Turhan Dikkaya erklang und den allabendlichen Anfang der türkischen Sendung bekannt gab. In ganz Deutschland war - damals - für 40 Minuten Stillstand im türkischen Leben. Jeder Erwachsene lauschte dem Sender, ohne jegliche Toleranz für nur einen kleinsten Mucks. Das war Köln Radyosu in meiner Kindheit. Heute ist die Sendung schon fast 40 Jahre alt und immer noch wichtiger Bestandteil der türkischen Medienlandschaft in Deutschland.

Nun bin ich zusammen mit dem Team der Türkischen Redaktion mitverantwortlich für Köln Radyosu. Sonntags zwischen 17:05 und 18:00 sitze ich aber auch im Studio und moderiere. Dann heißt es ganz viel Spaß und tolle Musik für junge Menschen, die es deutsch-türkisch mögen: Nicht immer türkisch, aber auch nicht immer deutsch. Auch Cilgin gehört zu unserem Verantwortungsbereich.

Ach ja: In Istanbul war es trendy, viele Sprachen zu sprechen, viele Freunde aus aller Welt zu haben, und am Bosporus spazieren zu gehen. Hier, vor allem bei Funkhaus Europa, ist es genauso, und der Rhein tut es auch. Deswegen fühle ich mich auch hier wohl.



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