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Le Tour de France 2012
Sendung vom 13. Juli 2012
Es hat Tradition in der Spielewelt, dass zu den großen Sportereignissen auch die passenden Spiele raus kommen. Das gilt für Fußball-Welt- oder Europameisterschaften genau so wie für die Tour de France. Jahrelang war da der "Radsport Manager" die Macht im Feld der Radsport-Simulationen am PC, es gibt aber auch Action geladenere Versionen für die Konsolen.
Niko Aslanidis im Gespräch mit Tom Westerholt, Spieleexperte
(13.07.12), 3'54
"Le Tour de France 2012" (in unserem Test für die Xbox 360) ist eine Mischung aus Action und Strategie. Man selbst nimmt hier als Radprofi an der Tour de France teil und steuert zum Beispiel einen der aktuellen Fahrer der Frankreich-Rundfahrt. Man wählt sein Team, seinen Sportler und schmeißt sich ins Rennen, Kopf an Kopf mit den größten Champions der Tour - allerdings besser nicht kopflos!
Denn die Kräfte in den einzelnen Abschnitten wollen gut eingeteilt werden, um stets in Höchstform zu bleiben, arbeitet man besser mit seinem Team zusammen oder verbündet sich mit Gegnern, um an die Spitze zu gelangen und die Etappen zu gewinnen. Dabei haben Handlungen und Verhalten Auswirkungen auf den eigenen Ruf und entscheidet darüber, ob bestimmte Siegesstrategien auch in Zukunft umgesetzt werden können.
Das Spiel an sich ist gar nicht schlecht aufgebaut: Endlich mal wieder ein Action geladeneres Radfahren als immer nur die passive Managerei am PC - um dann doch nur beim Rennen zuzusehen. Hier hat man den Controller selbst in der Hand und fährt einzelne Streckenabschnitte "selbst". Gibt Gas, nimmt Verpflegung zu sich und überlegt, ob man sich im Feld aufhält oder wann man einen Vorstoß wagt. Der Pferdefuß liegt im Detail: Man steuert aktiv nur einzelne, vorher vom System festgelegte Rennabschnitte, danach wird (um nicht in echt fünf oder sechs Stunden für eine Etappe zu brauchen) simuliert und bis zum nächsten, aktiven Part vorgespult.
Hat man sich in einem solchen, aktiven Streckenteil die Führungsposition ergattert, kann es aber gut sein, dass man nach dem Vorspulen zum nächsten, aktiven Abschnitt wieder mitten im Feld gelandet ist - ohne eigenes Verschulden, da hat einem das gute Rausfahren dann nichts gebracht und das nervt. 50 Euro sind für das Spiel außerdem eine überschrittene Schmerzgrenze, es ist dann eben letzten Endes doch nur die Tour de France und nicht die Fußball WM. Für Radsport-Fans sicherlich durchaus reizvoll, auch durch die vielen, möglichen Spieleinstellungen und Features, auch ein durchaus reizvoller Online-Multiplayer-Modus fehlt hier nicht. Für den "normalen" Freizeitradler und Gelegenheits-Tour-de-France-Gucker hat das Spiel aber unterm Strich zu wenig Spielanreiz durch zu wenig, wirklichen Fahrspaß.
(Tom Westerholt)
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