Donnerstag, 20.06.2013
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Werbevideos und Legomännchen
Im Süperflimmern schauen wir uns diese Woche Werbevideos an, fahren durch eine Geisterstadt mit dem Skateboard und schauen einem Legomännchen beim Fliegen zu. Süperflimmern - Alles Sehenswerte aus Netz und TV.
Häufig nervt sie, die Werbung im Netz. Ganz oben auf der Nervigkeits-Skala gleich nach lustigen Werbe-Popup-Fenstern, stehen die Werbefilmchen, die vor dem Video angezeigt werden, das man eigentlich gern sehen möchte. Im schlimmsten Fall muss man sich die auch noch bis zu Ende anschauen. Da hilft dann auch nicht der geduldige Sekundenanzeiger, der gemächlich von 40 runter zählt. Dabei kann man im Netz so viel besser werben - zum Beispiel mit viralen Werbevideos.
Das sind kurze Filmchen, bei denen man erst beim zweiten oder dritten Hinschauen merkt, dass das überhaupt Werbung ist. Meist passiert dann etwas Lustiges oder Spektakuläres. Die besten dieser viralen Filmchen werden einmal im Jahr bei den Viral Video Awards im Rahmen des Internationalen Kurzfilmfestivals in Berlin vergeben. Aus über 500 Einsendungen aus 57 Ländern hat eine Jury im Namen von zwei Werbeagenturen und der Heinrich-Böll-Stiftung die 21 besten Videos herausgesucht. Für die kann jetzt einen Monat lang im Netz abgestimmt werden.
Und das ist gar nicht so einfach. Fast jeder dieser viralen Werbefilmchen ist wirklich gut. Zum Beispiel die Sache mit dem großen roten Buzzer auf einem belgischen Dorfplatz. "Push to add Drama" steht dran und nach anfänglichem Zögern drücken dann auch einige Leute drauf. Was dann passiert ist eine Mischung aus einer Vorabend-Aktion-Serie und eine Szene aus James Bond, die schließlich in einer wilden Schießerei unter den irritierten Augen der Passanten endet. Werbung für einen Fernsehsender, wie sich dann herausstellt. Bis zum 15. November kann noch für dieses oder eins der anderen zwanzig Videos abgestimmt werden.
Ordos Es sollte das Dubai Chinas werden. Für 585 Milliarden US-Dollar wurde die Stadt Ordos in der inneren Mongolei in nur fünf Jahren gebaut. Hypermoderne Bauten, riesige Straßen und schicke Wohnungen für mehr als 300.000 Menschen. Anfang des Jahres gab es allerdings nicht mal 5000 Einwohner. Das Projekt ist trotzdem kein Misserfolg. Gebaut wurde die Stadt von der Gemeinde aus Geldern die durch Kohle- und Erdgasförderung eingenommen wurden. Und auch wenn nur wenige Menschen in Ordos leben, die meisten Gebäude sind verkauft, meist als Kapitalanlage. Das bedeutet aber vor allem eins: Es gibt viel Platz. Zum Beispiel zum Skaten auf den riesigen menschenleeren Plätzen. Ein Gruppe von Skatern hat sich dabei gefilmt und heraus gekommen ist ein cooles Skater-Video vor der skurrilen Kulisse einer Geisterstadt.
Stratos jump successful! Der spektakuläre Fallschirmsprung von Felix Baumgartner und alle Aufnahmen rund um das Event, sind die im Moment am meisten geklickten Videos im Netz. Während der echte Baumgarnter sich aus 39 Kilometern in die Tiefe stürzte geht es in einem viralen Werbevideo für die Wiener Modelbaumesse mehrere Nummern kleiner zu. Darin sieht man einen kompletten Nachbau aus Lego der ganzen Aktion. Angefangen vom Start im Helium-Ballon bis zum Sprung der erfolgreichen Landung. Sehr aufwendig und sehr sehenswert.
(Sebastian Sonntag)
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