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"34mag.net"
Sendung vom 10. September 2012
Weißrussland ist in Deutschland nicht gerade bekannt für eine kreative Szene und ausgeflippte Trends. Die Nachrichten, die uns aus diesem Land erreichen, handeln eher von den brutaler Schlagstock-Politik und dem sturen Schnurrbart-Diktator. Dabei hat das Land am Rande der EU weitaus mehr zu bieten, wie das multimediale Online-Portal "34 multimedia magazine" aus Minsk zeigt.
Das Underground-Magazin erscheint auf Weißrussisch und Englisch. Seine Themen sind eine Art Mischung aus "Vice", "Prinz" und "Neon". Die Macher des Portals berichten über den nationalen Wettbewerb für Sensenmähen, oder über die in Minsk lebenden Ausländer.
"34 multimedia magazine"Sie trauen sich auch oft an die politischen Themen, aber verpacken sie nie als trockene Beiträge. Zum Beispiel gibt es auf der Seite eine Infografik zum Jahrestag der Explosion in der Minsker U-Bahn, ein Videointerview mit dem jüngsten politischen Gefangenen des Landes und eine Fotoreportage über ein lesbisches Paar in der belarussischen Provinz. Wer Tabu-Themen anspricht, lebt in Belarus nicht ungefährlich. Deswegen halten die jungen Macher des Portals ihre Namen und die Redaktionsadresse geheim.
Das "34 multimedia magazine" entstand vor sechs Jahren, damals noch als Printmagazin "Studentischer Gedanke". Als die Regierung der Redaktion die Lizenz entzog, entschieden die Macher, es im Internet und auf CDs weiter zu vertreiben: Für einen kollektiven Blog braucht man nämlich keine Genehmigung. Die CDs mit den multimedialen Inhalten kann man in bestimmten Orten in Minsk finden, oder auf der Seite kostenlos herunterladen. Dort werden auch Werke von jungen kreativen Weißrussen zum Download bereitgestellt.
Mit ihrem Projekt haben die Macher von "34mag.net" in einem weitgehend isolierten Land ein Portal geschaffen, das hervorragend in den europäischen Kontext passt und gleichzeitig die Besonderheiten des Lebens in Belarus aufzeigt. Das Internationale Presseinstitut aus Wien hat es kürzlich erst mit dem "Free media pioneer award 2012" ausgezeichnet.
(Olga Kapustina)
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