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Social Commerce
Sendung vom 30. August 2012
Nicht was, sondern wie: Der neueste Trend in Sachen Mode ist nicht etwa ein neuer Style, sondern Social Commerce. Was auf Anhieb nicht gerade nach Fashion klingt, ist eine Geschäftsidee, die derzeit total boomt.
Niko Aslanidis im Gespräch mit Cenk Başoğlu (13.09.12), 3'52
Was für die Hausfrauen das Teleshopping, ist für Dauer-Onliner Social Commerce: Auf diversen Plattformen tauschen sich modebewußte Powershopper aus und können rund um die Uhr ihre Neuentdeckungen und frisch zusammengestellten Styles, direkt nach Hause bestellen. Auf den besagten Seiten findet man für jeden, aber auch jeden Anlass genau das Richtige. Nutzern des weltweit am meisten verbreiteten Netzwerks - das mit den blau-weißen Seiten - dürfte schon mindestens einmal ein Werbebanner der Online-Shops 2.0, wie Stylefruits oder Stylelight, aufgefallen sein.
Wie auch bei anderen Internet-Plattformen meldet sich der User mit seinem Namen oder einem ausgedachten Nickname auf der Seite an, und kann kurz darauf zwischen hunderten Kollektionen von verschiedenen Marken und Versandhäusern wählen und seine eigenen Styles zusammenstellen. Vorstellen kann man sich das Ergebnis ungefähr wie eine Schnipsel-Collage von Zeitschriften-Bildchen, nur lassen sich einzelne Details des ausgesuchten Kleidungsstückes am Bildschirm vergrößern.
Hat man sich für ein Produkt entschieden, wird gleich auch angezeigt, was andere User dazu kombiniert haben. Und es sind nicht nur Modeblogger, die sich hier austoben, sondern Modebegeisterte und vor allem Frauen, die internet-affin sind. Übrigens ist jeder zehnte Nutzer männlich. Die Herren der Schöpfung treiben sich aber bei weitem nicht so lange auf den Seiten rum. Man(n) kennt das ja schon vom Shopping-Verhalten des vermeintlich stärkeren Geschlechts.
Ist das Outfit zusammengestellt, kann man es sofort veröffentlichen, bei Bedarf twittern oder direkt auf sein Profil bei Facebook posten. Die Shopping-Comunity auf den Social Commerce-Plattformen, kann das Outfit bewerten, kommentieren und bei Gefallen nicht nur den Daumen hoch klicken, sondern auch in Sekundenschnelle in den Einkaufskorb knallen.
Neu ist diese Geschäftsidee übrigens nicht: Seit 2008 sind solche Seiten schon online, jedoch ist der Erfolg durch den Werbeeffekt auf Seiten wie Facebook und Co. gestiegen. Mittlerweile wird diese neue Möglichkeit, als das "Shopping des 21. Jahrhunderts" gehandelt. Ingo Heinrich, einer der drei Gründer von Stylefruit, hält einen Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro für möglich und belegt den Boom von solchen Seiten damit in Zahlen.
Über diese Shopping-Möglichkeiten freuen sich natürlich gerade Personen, die viel beschäftigt sind und zwischen Arbeit, Haushalt und vielleicht auch Kindern, kaum Zeit haben in der Stadt bummeln zu gehen. Beim Social Commerce ist der Einkauf nur einen Mausklick entfernt und das gerade entdeckte neue Lieblingsstück in allen Farben, Ausführungen und Größen, schön aufgelistet.
Wer das Shoppingerlerlebnis braucht und gerne mit vollen Tüten nach Hause kommt, hat es schwer: Meist dauert es drei bis fünf Tage, bis die Sachen geliefert werden und man diese anprobieren kann. Sollten die Teile dann nicht so sitzen, wie man sich das vorgestellt hat, geht die Rennerei los: Sachen wieder zusammenpacken, zur Post bringen und zurückschicken. Vor allem Shopping-Queens, die sich nach dem Bummel-Vergnügen gerne mit der besten Freundin auf einen Tratsch im In-Cafe der Stadt treffen, werden vom virtuellen Einkaufsbummel sehr schnell gelangweilt sein.
(Cenk Başoğlu)
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