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Linie 4 weltweit
Sendung vom 01. Oktober 2012
Die Welt erfahren, das ist der Berliner Autorin Annett Gröschner im doppelten Sinn gelungen: Über Jahre hinweg hat sie die verschiedensten Städte der Welt besucht und sie auf besondere Art erkundet: immer mit der Linie 4. Mal allein, mal mit Freunden, mal mit Zufallsbekannten, immer aber mit wachem Auge für die Menschen und die Eigenheiten einer Stadt.
Natalie Akbari im Gespräch mit Annett Gröschner, Reisebuch-Autorin
(01.10.12), 8'45
Annett Gröschner war viel in Deutschland unterwegs: in Dresden zum Beispiel, in Hildesheim, Jena und natürlich in Berlin. Die meisten ihrer Bus- und Straßenbahnfahrten spielen sich allerdings in Städten weltweit ab: in Alexandria und Astana, Budapest und Istanbul, Minsk und New York, Peking und Reykjavik, in Temeswar oder Zürich.
Das ist nur eine kleine Auswahl ihrer Reiseziele: Insgesamt 34 Städte hat die Reiseberichterstatterin im Lauf der Jahre anvisiert. Die 34 Gesellschafts- und Städteportraits, die sie daraus in Form von luftigen Reiseberichten geschrieben hat, sind jetzt in Buchform erschienen: "Mit der Linie 4 um die Welt", so der nahe liegende Titel.
Es ist ein Reisebuch, dessen Autorin mit wachem Auge und offenen Sinnen in die unterschiedlichen Welten blickt, die ihr da geboten werden - in der Bahn, beim Blick aus dem Fenster, bei Zufallsbegegnungen am Bahnsteig. Welten übrigens, bei denen immer jeweils ein ganz besondere Aspekt des Lebens in der Stadt mitschwingt: Politik, Traditionen und Lebensweisen der Menschen.
Annett Gröschner erzählt offen und angetan von der Vielfalt der Welt und folgt dabei doch einem klaren Ordnungsprinzip: der Fahrt auf geraden Schienen von Endhaltestelle zu Endhaltestelle - und zurück. Das erlaubt einem bei Lesen den Vergleich - und das Aha-Erlebnis, wie unterschiedlich sich das (Alltags-) Leben hier und da und dort doch gestaltet.
Annett GröschnerLetztlich ist "Mit der Linie 4 um die Welt" ein Reisebericht in 34 Teilen, der einem große Lust auf eine kleine Städtereise macht: persönlich, als Nach-Reisender, oder einfach nur zur Stippvisite zwischendurch, beim Lesen vom heimeligen Sofa aus. Kein Wunder wäre es jedenfalls, wenn es demnächst allerorten eine neue Variante von Stadtführungen gäbe: "Mit der Linie 4 durch unsere Stadt"...
(Ulrich Noller)
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