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Portland in Oregon
Sendung vom 24. September 2012
Jede Menge Musik, Kunst und Theater, hippe Coffeeshops, Bauernmärkte und Fahrradwege - Portland in Oregon setzt Trends und ist ein Modell für die Stadt der Zukunft. Und die Umgebung lockt Windsurfer, Skifahrer und andere Sportbegeisterte aus der ganzen Welt.
Kathrin Schröter im Gespräch mit Andrea Handels, Funkhaus Europa-Reporterin
(24.09.12), 8'02
Auf dem Columbia River wird gesurft und gepaddelt, auf dem schneebedeckten Mount Hood kann man auch im Sommer Skifahren und kann der wilden Pazifikküste die Grauwale beobachten und fischen. Andrea Handels war in Oregon unterwegs.
Portland ist auf den ersten Blick eine ganz normale nordamerikanische Stadt, mit breiten Avenues und Hochhäusern im Zentrum. Dann aber stechen die vielen Fahrradwege ins Auge. Ganze Straßen sind den Fahrradfahrern gewidmet, die so genannten Bicycle-Boulevards, und dementsprechend viele Radfahrer sind auch unterwegs.
Portland ist die Fahrradstadt Nummer 1 in den USA. Die Stadtverwaltung gibt kostenlose Fahrradpläne heraus und viele Hotels stellen ihren Gästen Räder zur Verfügung - ebenfalls kostenlos. So können sich auch Touristen problemlos durch die Stadt, die durch den Willamette River in zwei Hälften geteilt ist, bewegen. Ganz entspannt übrigens, denn der Autoverkehr in Portland hält sich in Grenzen und die Fahrer sind extrem rücksichtsvoll.
Portland hat viele interessante Stadtviertel: Das schicke Kunstviertel "Pearl District", wo alte Lagerhäuser umgebaut wurden und Galerien und Cafés eingezogen sind. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist hier "First Thursday", alle Galerien öffnen am Abend und die Leute bummeln von Vernissage zu Vernissage. Oder Hawthorne, das berühmte Hippie-Viertel mit einer Hauptstraße, in der sich kleine Designerläden und Kneipen aneinanderreihen, genauso wie die neueren Szenegegenden rund um die Mississippi und die Williams Avenue. Ihre "Neighbourhood" ist den Portlandern sehr wichtig, und die meistgehörten Worte hier sind "local" und "organic". Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Städten ist sogar Downtown durchaus eine Gegend, in der man sich herumtreiben kann.
Neben zahlreichen Restaurants mit kreativer Oregon-Küche gibt es noch die fast 700 Foodcarts. Das sind bunt bemalte Wagen mit eingebauter Küche, aus denen heraus Imbisse verkauft werden. Von Koreanisch bis Kubanisch, von Polnisch bis Persisch werden hier Spezialitäten aus der ganzen Welt verkauft. Diese Foodcarts stehen immer am Rande eines Parkplatzes und sind regelrechte kleine Fressmeilen, die meistens mittags, manche aber auch abends geöffnet sind.
Nur knapp eine Stunde östlich von Portland liegt die Columbia River Gorge. Der Columbia River bildet hier eine Art Canyon mit spektakulären Ausblicken. Der Ort Hood River hat sich zu einem internationalen Mekka der Wind- und Kitesurfer entwickelt, neuerdings ist auch das Standup-Paddling hier ganz groß. Jedes Jahr im August wird hier in dieser Sportart ein internationales Rennen ausgetragen. Auf dem nahe gelegenen Mount Hood kann man das ganze Jahr Skifahren. Hier trainiert die US-Olympiamannschaft. Und die ganze Gegend eignet sich zum Mountainbiken und Kajakfahren.
An der Westküste von Oregon reichen dichte Wälder und Felsen vielerorts bis an die großen Sandstrände heran. Das Meer ist generell zu kalt zum Baden, hier ist eher Wandern oder Spazierengehen angesagt. Oder man beobachtet die Grauwale, die sich im Pazifik tummeln. Genauso übrigens wie zahlreiche Seelöwen und Seehunde, und die Dungeness Crabs, die als Leckerbissen gelten. Auch die Ortschaften an der Küste sind sehenswert: Das Fischerstädtchen Newport, der schicke Ferienort Cannon Beach und Astoria an der Mündung des Columbia River, letzteres ist ein bisschen wie Portland in klein, mit Fischerei aber auch mit Galerien und Künstlern - und die älteste Stadt westlich des Mississippi.
(Andrea Handels)
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