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The Lady - Ein geteiltes Herz
Sendung vom 13. August 2012
Man nennt sie den "weiblichen Gandhi", weil sie seit über 30 Jahren gewaltlos für die Demokratisierung ihres Heimatlandes Myanmar kämpft. Dafür wurde die inzwischen 67-jährige Aung San Suu Kyi schon 1991 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Mit dem Film "The Lady" hat der französische Regisseur Luc Besson dieser außergewöhnlichen Frau ein berührendes Denkmal gesetzt.
Beitrag von Francesco Tornabene, Filmexperte
(13.08.12), 3'32
Ein kleines Mädchen bittet seinen Vater, eine Geschichte zu erzählen. So könnte ein Märchen beginnen. Luc Bessons biografisches Drama "The Lady" erzählt aber eine wahre Geschichte, und zwar die der burmesischen Bürgerrechtlerin Aung San Suu Kyi. Wir schreiben das Jahr 1947. Burma ist dabei, sich vom britischen Kolonialreich loszusagen. Es ist der 19. Juli und kurz nachdem der Vater seiner zweijährigen Tochter Aung San Suu Kyi eine Geschichte erzählt hat, wird er ermordet. Aung San, heute als Nationalheld verehrt, weil er ein Vorkämpfer der Unabhängigkeit Burmas war, wird von Anhängern der britischen Kolonialregierung erschossen -Schnitt.
41 Jahre später: Burma ist inzwischen eine Militärdiktatur, doch die Bevölkerung wünscht sich weiterhin eine Demokratie. Aung San Suu Kyi verfolgt die Entwicklung ihres Heimatlandes einstweilen aus der Ferne. Sie lebt in Oxford, ist mit einem Briten verheiratet, hat zwei Söhne und arbeitet gerade an einem Buch über ihren Vater. Als die Mutter einen Schlaganfall erleidet, beschließt sie nach Rangun zu fahren, um sie zu pflegen. Eines Tages wird sie dort von Mitgliedern des Widerstands aufgesucht und gebeten, die Opposition zu unterstützen.
Bevor Aung San Suu Kyi sich versieht, tritt sie in die Fußstapfen ihres Vaters und fängt an für die Demokratisierung Burmas zu kämpfen: "Mein Vater hat mir einen Rat mitgegeben", erzählt sie einmal, "erwarte weiterhin das Beste, aber sei auf das schlimmste vorbereitet". Das Schlimmste wird sie von nun an 15 Jahre lang verfolgen. Die Militärdiktatur stellt die Regimekritikerin unter Hausarrest und terrorisiert sie permanent, in der Hoffnung, sie würde das Land verlassen. Aung San Suu Kyi lässt sich davon aber nicht in ihrem gewaltlosen Kampf für Freiheit beirren. Dafür wird sie im Jahr 1991 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Zu jener Zeit wurde die Schauspielerin Michelle Yeoh zum ersten Mal auf die Regimegegnerin aufmerksam, wie sie im Bonusmaterial erzählt. Als Michelle Yeoh erfuhr, dass es ein Drehbuch über Aung San Suu Kyis Leben gab, wollte sie unbedingt die Rolle der Freiheitskämpferin spielen. Und dass nicht nur, weil sie ihr sehr ähnlich sieht. Sie besorgte sich das Drehbuch und ging damit zu Luc Besson, der "The Lady" produzieren sollte, dann aber so fasziniert war von der Geschichte, dass er die Regie übernahm.
Man hat Bessons sensibel inszenierter und großartig gespielter Biographie vorgeworfen, sie würde viele politische Aspekte im Leben der Protagonistin vernachlässigen. Im Bonusmaterial erklärt Besson aber, dass dies eine bewusste Entscheidung gewesen sei, um Aung San Suu Kyi, die ja immer noch politisch aktiv und deshalb besonders angreifbar ist, nicht zu gefährden.
Eine nachvollziehbare Haltung, die die Bedeutung dieses sehenswerten Filmes keineswegs schmälert, sondern die standhafte Menschenrechtlerin bestimmt auch in Zukunft weiterhin motivieren wird, denn, so sagt sie selbst immer wieder: "Der Kampf geht weiter!".
(Francesco Tornabene)
The Lady - Ein geteiltes Herz
Originaltitel: Dans la lumiére (Frankreich / Großbritannien 2011), ca. 132 Min.
Regie
Luc Besson
Schauspieler
Michelle Yeoh, David Thewlis, Jonathan Raggett, Jonathan Woodhouse, Susan Wooldridge, Benedict Wong, Flint Bangkok, Sahajak Boonthanakit, William Hope, Agga Poechit, Victoria Sanvalli, Nay Myo Thant, Dujdao Vadhanapakorn, Htun Lin u.a.
Bildformat
Widescreen (2.35:1)
Tonformat
DTS HD 5.1 in Deutsch
DTS HD 5.1 in Englisch
Untertitel
Deutsch
Bonusmaterial
Interview mit Luc Besson
Interview mit Michell Yeoh
Videobotschaft von Aung San Suu Kyi
Trailer
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