Donnerstag, 23.05.2013
Sie befinden sich hier:
WDR.de
Funkhaus Europa
Service
John Carter - Zwischen zwei Welten
Sendung vom 30. Juli 2012
Hollywood-Filme werden immer teurer, und zuweilen spielen sie die Produktionskosten nicht mehr ein. Zum Beispiel Disneys "John Carter - Zwischen zwei Welten". Er soll 350 Millionen Dollar gekostet und einen Verlust von 200 Millionen eingespielt haben. Die Verfilmung einer Science-Fiction-Reihe des Tarzan-Autors Edgar Rice Burroughs ist nun auf DVD und Blu-ray erschienen.
Beitrag von Francesco Tornabene, Filmexperte
(30.07.12), 3'30
Fort Grant, 1868. Der ehemalige Captain der Kavalleriedivision der Nord-Virginia-Armee John Carter ist auf Schatzsuche. In der sogenannten Teufelsspinnen-Goldhöhle soll es unermessliche Kostbarkeiten geben. Alle halten ihn für verrückt, doch John Carter gibt nicht auf, nach der Höhle zu suchen. Eines Tages findet er sie auch - doch der eigentliche Schatz ist nicht das Gold, sondern ein merkwürdiger Gegenstand, der die Pforte in eine fremde Welt öffnet.
Bevor Carter sich versieht, landet er auf dem Mars und gerät auch noch mitten hinein in einen Bürgerkrieg zwischen verfeindeten Stämmen. Was dann folgt, hat alles, was eine klassische Weltraum-Abenteuergeschichte braucht. Auch alle Klischees, aber genau das gibt dieser altmodischen, wunderbar naiven Geschichte, die einen wieder zum staunenden Kind werden lässt, ihren Charme.
Man hat diesem Film vielfach vorgeworfen, er sei von vorne bis hinten zusammengeklaut aus anderen Science-Fiction-Filmen. Dem ist aber keineswegs so: Nicht die Macher von "John Carter" haben geklaut, sondern all die anderen haben sich bei den literarischen Vorlagen dieser Mischung aus Western und Space-Oper bedient. In einer kleinen Doku des Bonusmaterials wird das auch erklärt.
Edgar Rice Burroughs Geschichten haben viele andere Geschichten und ihre Verfilmungen inspiriert: "Superman" etwa, "Avatar" oder "Star Wars". Regisseur George Lucas hat sich für "Star Wars" einige gute Ideen bei Burroughs ausgeliehen. Eigentlich ist es verwunderlich, dass nicht er die "John Carter"-Saga verfilmt hat, aber der sogenannte "Barsoom-Zyklus" galt lange Zeit als unverfilmbar, weil die tricktechnischen Möglichkeiten noch nicht ausgereift waren. Jetzt sind sie es, und man hat sie genutzt, um mit ihrer Hilfe ein visuell atemberaubendes Science-Fiction-Märchen zu drehen.
Regie führte Andrew Stanton, eigentlich Spezialist für Computeranimation bei den Pixar-Studios. Er hat "Das große Krabbeln" gedreht, "Findet Nemo" oder "Wall E". Mit "John-Carter" gab er sein gelungenes Realfilmdebüt und verwirklichte sich gleichzeitig einen alten Traum, denn er ist schon seit seiner Kindheit ein großer Fan von Burroughs Helden. Wer mal Lust auf einen turbulenten Popcornfilm fürs Heimkino hat, einen, der detailverliebt große Schauwerte liefert, der mit seinen pompösen Actionszenen die Dolby-Surround-Anlage ins Schwitzen bringt, der fantasievoll in ferne Welten entführt, der sollte "John Carter" jedenfalls nicht verpassen. Auf der Blu-ray gibt es auch noch jede Menge Extras, die den Entstehungsprozess dieses aufwendig produzierten Filmes dokumentieren.
(Francesco Tornabene)
John Carter - Zwischen zwei Welten
Originaltitel: John Carter (USA 2012), ca. 127 Min.
Regie
Andrew Stanton
Schauspieler
Taylor Kitsch, Lynn Collins, Samantha Morton, Willem Dafoe, Thomas Haden Church, Mark Strong, Ciaran Hinds, Dominic West, James Purefoy, Bryan Cranston u.a.
Bildformat
Widescreen (2.40:1)
Tonformat
DTS HD 7.1 in Deutsch
DTS HD 7.1 in Italienisch
DTS HD 7.1 in Französisch
DTS HD 7.1 in Türkisch
Untertitel
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Niederländisch, Türkisch, Arabisch
Bonusmaterial
Von Edgar Rice Burroughs Büchern zum Film
Zusätzliche Szenen mit Kommentar des Regisseurs
Making Of: John Carter - 360 Grad
Pannen auf Barsoom
Audiokommentar von Regisseur Andrew Stanton und den Produzenten Jim Morris und Lindsey Collins
Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.