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Filmtipp

Black Gold

Wüstenepos mit Freida Pinto und Antonio Banderas

Sendung vom 09. Februar 2012

Als der tunesische Filmproduzent Tarak Ben Ammar zu träumen begann, las er am Set von "Krieg der Sterne" einen Roman des Schweizer Autors Hans Ruesch. "Der schwarze Durst" hieß das Buch, und Ben Ammar erkannte sofort das große Filmpotential der Geschichte. Doch bis zur Verwirklichung seines Traumes musste er über dreißig Jahre warten. Jetzt kommt "Black Gold" ins Kino.

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Beitrag von Francesco Tornabene, Filmexperte

(09.02.12), 3'22


Arabien um 1930. Wir sind mitten in einem sinnlosen Krieg. Nessib, der Emir von Hobeika und Amar, der Sultan von Salmah schicken ihre Männer in den Tod im Kampf um ein Stück Wüste zwischen ihren Ländern. Nessib gewinnt den Krieg, und er diktiert die Konditionen des Waffenstillstands: Das Gebiet, um das sie gekämpft haben, der sogenannte "Gelbe Gürtel", wird zum Niemandsland erklärt, auf das keiner von beiden jemals Anspruch erheben darf. Um die Abmachungen und den Frieden zu sichern, nimmt Nessib Amars Söhne als Geiseln. Er verspricht, sie zu behandeln, als wären sie seine eigenen Kinder.


Wunderbar altmodischer Abenteuerfilm

Plakat zum Film; Universal Bild vergrößern

von Jean-Jacques Annaud

Das ist die Ausgangssituation dieses wunderbar altmodischen Abenteuerfilmes. Die Jahre gehen ins Land, aus Amars Jungen werden Männer, und der Emir hat sein Versprechen gehalten, sie wie seine eigenen Söhne zu erziehen. Eines Tages bekommt Nessib Besuch von dem Vertreter einer amerikanischen Ölgesellschaft, der ihm mitteilt, dass im Niemandsland, im "Gelben Gürtel" ein riesiges Ölvorkommen vermutet wird. Nun gilt es, Amar davon zu überzeugen, die Amerikaner das Öl im Gelben Gürtel fördern zu lassen. Der Sultan aber, konservativ und gläubig, fordert die Einhaltung des Friedensvertrages.


Von Demut und Gier

Was nun folgt, ist der ewigwährende Kampf zwischen Fortschritt und Tradition, zwischen religiöser Demut und der Gier nach irdischen Reichtümern. Gewürzt wird das Ganze mit einer dramatischen Liebesgeschichte und den anderen Zutaten eines großen Kinospektakels. Typisch Hollywood, mag man jetzt denken, aber das hier ist eine europäisch-arabische Produktion, und die Amerikaner sind in "Black Gold" nicht die Heilsbringer, sondern spielen nur eine Nebenrolle.


Fesselnd und bildgewaltig

Die Hauptrolle spielen die Araber. Außerdem wollte der französische Meisterregisseur Jean-Jacques Annaud mehr als nur klassische Kinounterhaltung liefern. "Ich erinnere mich daran, dass meine Mitarbeiter während der Dreharbeiten oft darüber gesprochen haben, wie sehr der Film mit der Gegenwart zu tun hat", erzählt Annaud. "Mit überkommenen Machtstrukturen, mit der Ungerechtigkeit, die der Reichtum durch Öl mit sich bringt. Das ist ein großes Thema in Arabien, und es überrascht kaum, dass dort zurzeit ein gesellschaftlicher Tsunami tobt." Auch in "Black Gold" wird es zu starken Auseinandersetzungen kommen, und das hat Annaud - ohne das übliche Gut-Böse-Schema - fesselnd und bildgewaltig in Szene gesetzt.
(Francesco Tornabene)


Filminfos

Black Gold
Originaltitel: Black Thirst/Or noir (Frankreich/Italien/Katar 2011), ca. 130 Min.

Regie
Jean-Jacques Annaud

Schauspieler
Antonio Banderas, Tahar Rahim, Mark Strong, Freida Pinto, Riz Ahmed, Liya Kebeda, Jan Uddin u.a.




Jetzt im Programm

12.04 bis 14.00 Uhr
Piazza

Kathrin Schröter

Moderation:
Kathrin Schröter

HÖREN

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