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The Crow
Sendung vom 20. Februar 2012
Das amerikanische Kino liebt Halloween, die sogenannte "Nacht des Teufels". Ein bildgewaltiger Exorzismus findet statt, genau der richtige Ausgangspunkt für eine gute Story wie sie beispielsweise der Film "The Crow" erzählt.
Beitrag von Francesco Tornabene
(20.02.12), 3'28
Der ruhige Pulsschlag der Nacht ist in Filmen meistens eine mörderische Illusion. Angst herrscht in den finsteren Straßen dieser namenlosen Großstadt. Immerwährender Regen verwischt die letzten Spuren, die uns hätten zurückführen können zu so etwas wie Geborgenheit. Es ist die Nacht der wahrgewordenen Alpträume, und in dieser Nacht werden merkwürdige Dinge passieren. Es beginnt damit, dass eine Krähe auf dem Grabstein des ermordeten Gitarristen Eric Draven landet. Sie weckt den Toten für einen gnadenlosen Rachefeldzug. Es gilt die Männer zu finden, die Eric einst töteten - und seine Verlobte Shelley.
Wie man aus dem Bonusmaterial der Blu-ray erfährt, entstand die erfolgreiche Vorlage dieses Filmes Anfang der achtziger Jahre. Der Zeichner James O'Barr verarbeitete mit der in schwarz-weiß gezeichneten Fantasy-Geschichte den Unfalltod seiner Verlobten. Sie wurde von einem Betrunkenen überfahren. "Die Arbeit an 'The Crow'", erzählt er, "war für mich lange Zeit eine Art Therapie, um all die Wut, die in mir steckte und die drohte, mich zu zerstören, loszuwerden".
Bei seiner Arbeit ließ O'Barr sich von den unterschiedlichsten Quellen inspirieren, die man auch in der Verfilmung wiederfindet: Edgar Allen Poes Bücher etwa oder die Gangster-Filme der vierziger Jahre. Entstanden ist dabei eine beklemmende Welt, die nicht leicht filmisch zu adaptieren war. Regisseur Alex Proyas, ehemals Werbefilmer und Video-Clip-Spezialist, ist aber das fast Unmögliche gelungen. Meisterhaft hat er den Stil und die Stimmung der Vorlage getroffen. "The Crow" zählt nicht von ungefähr zu den besten Comicverfilmungen überhaupt, ein rasantes Neon-Märchen, knallhart und actionreich in Szene gesetzt, gleichzeitig aber voll düsterer Poesie. In der Rolle des gnadenlosen Racheengels glänzt Brandon Lee, der während der Dreharbeiten zu diesem Film ums Leben kam. Im Bonusmaterial der Blu-ray findet man eines seiner letzten Interviews. Er zitiert eine Passage aus dem Roman "Himmel über der Wüste", und was er sagt, wird lange nachklingen: "Weil wir nicht wissen, wann wir sterben, ist das Leben für uns eine unerschöpfliche Quelle."
(Francesco Tornabene)
The Crow - Die Krähe
Originaltitel: The Crow (USA 1994), ca. 101 Min.
Regie
Alex Proyas
Schauspieler
Brandon Lee, Rochelle Davis, Tony Todd, Kim Sykes, Marco Rodriguez, Michael Wincott, Jeff Cadiente, David Patrick Kelly, Henry Kingi Jr., Anna Levine, Ernie Hudson u.a.
Bildformat
Widescreen (1.78:1 - anamorph)
Tonformat
DTS HD Master Audio 5.1 in Englisch
DTS HD Master Audio 5.1 in Deutsch
Untertitel
Deutsch
Bonusmaterial
Audio Kommentar von Produzent Jeff Most und Drehbuchautor John Shirley
Making Of - Hinter den Kulissen
Portrait des Schöpfers von THE CROW James O'Barr
Storyboards
Entwürfe des Filmsets
Zusätzliche Szenen
Montage geschnittener Szenen
Trailer
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