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Buchtipps Krimitipp

Die elfte Geissel

Aurélien Molas

Buchtipp vom 01. Februar 2012

Cover des Buches: Ein Kind in einem rosa Kleid läuft auf Schienen; Piper Bild vergrößern

Die elfte Geissel

Alain Broissard, Bulle seit vielen Jahren, hat in Le Havre zu tun. Auf einem Containerschiff wurde massenweise Schmuggelware gefunden: Kinderpornographie, ein Fall für die Sondereinheit.

Deren Chef Maxime Kolbe, Broissards Kumpel, konnte nicht kommen, weil er in Paris vor Gericht steht: ihm ist ein Fehler mit tödlichen Folgen unterlaufen, vielleicht sitzt er bald mit denen im Knast, die er jahrelang verfolgt hat, es geht um alles oder nichts. Gut, dass da noch Léopold Apolline ist, der Jüngste im Team, ein Internetspezialist, er wird sich in den Fall hineinfressen müssen, um sich und die anderen zu retten.

Ebenso wie Blandine Pothin von der Mordkommission übrigens, die in Léos Alter ist. Ihr Fall ist allerdings ein ganz anderer, zunächst zumindest: In der Pariser Metro haben sich zwei Teenies vor einen Zug gestürzt. Gemeinsam mit ihrem Liebhaber und Kollegen Paul Garcia soll Blandine den Fall ermitteln, der für Jean-Francois Rilk, den Chef der beiden, der am "Unfallort" war, schon klar definiert ist: Selbstmord. Rink hält den Daumen drauf. Blöd nur, dass Blandine, die sich das Denken auch von Vorgesetzten nicht verbieten läßt, ein Zweifel beschleicht. Einer, der tödlich sein könnte, auch für sie und für Paul...


Aurélien Molas; Richard Dumas Bild vergrößern

Aurélien Molas

Klar, dass diese Fälle zusammenhängen. Und klar, dass dahinter ein dickes Ding steckt. Es geht um Kinderpornographie und mehr, und das Ganze zieht so unheimliche wie unglaubliche Kreise. Wie Debütant Aurélien Molas, geboren 1985, das alles ausführt, dramatisiert, parallel laufen lässt und schließlich zusammenbringt, das ist atemberaubend: Genial konstruiert, extrem spannend, anregend komplex und packend vor allem wegen der klasse gezeichneten Charaktere.
Kritisch anmerken kann man, dass es hier und da nicht ganz logisch ist und dass der Autor sich immer wieder zu reichlich Pathos hinreißen lässt. Aber das ist letztlich Kritik auf hohem Niveau. Mit Aurélien Molas, das zeigt "Die elfte Geissel", betritt ein Könner des Polizeiromans die Bühne der europäischen Kriminalliteratur.
(Ulrich Noller)



TitelDie elfte Geissel
BuchautorAurélien Molas
VerlagPiper, 2011
ISBN978 3 492 264 532
Preis9,99 Euro

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