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Süpermercado Süpersache

Guerilla-Restaurants

Heimlich Schlemmen

Sendung vom 22. Februar 2010

Ein Geheimnis ist eine Information, von der nur eine bestimmte Personengruppe Kenntnis hat. Je nachdem, um welcher Art Geheimnis es sich handelt, kann es äußerst angenehm sein, zum Kreis der Eingeweihten zu gehören. Man kommt unter Umständen in den Genuss von Fünf-Gänge-Menus, die es in keinem normalen, legalen Restaurant zu essen gibt. In illegalen dagegen schon.

Ein gedeckter Tisch im Esszimmer des Londoner Untergrund-Restaurants; Rechte: dpa

Kochen im Untergrund: Guerilla-Restaurants in London

Guerilla-Restaurants heißen diese besonderen Lokale, deren Adressen - wie bei Geheimnissen üblich - nur über Mundpropaganda oder - was heute zeitgemäßer ist - per Internet weitergegeben werden.


Biertische und Bambi-Sitzkissen

Der Palisaden-Supper-Club in Berlin ist ein solches Guerilla-Restaurant. Einmal im Monat veranstalten die Amerikaner Kevin und Jeffrey mehrstündige Schlemmerabende in ihrer Privatwohnung. Auf ihrer Website palisadensupperclub.blogspot.com erfahren Interessierte die jeweiligen Termine und die dazugehörigen Gerichte.


Ohne Werbung - heimlich, preiswert, gut

Das Menu kostet 25 Euro. Jedes andere legale Restaurant würde locker das Doppelte verlangen. Zu Trinken gibt es Mineralwasser und eine kleine Auswahl an Weinen, die drei Euro pro Glas kosten. Es steht den Gästen jedoch frei, ihre eigenen Getränke mitzubringen.

Das private Lokal wird nirgends beworben. Es lebt einzig und allein von der "stillen Post" seiner Fans. Wer an einem Supper teilhaben will, muss sich über die Website von Kevin und Jeffrey anmelden und zwar rechtzeitig, denn schnell sind die wenigen Plätze vergeben. Erst dann wird die Adresse gemailt.

Gutes Essen zu moderaten Preisen, an einem "geheimnisvollen" Ort, und die Gelegenheit, sich mit wildfremden Menschen zu unterhalten - etwas, das in einem normalen Restaurant nicht üblich ist - das macht den besonderen Reiz für die Gäste aus. Die sind im Übrigen aus aller Welt. Anfangs waren es nur Freunde, die zum geheimen Essen kamen. Mittlerweile nimmt der Anteil an fremden, internationalen Gästen zu.


Kein Gewinn, aber Spaß

Reich werden kann man mit dem privaten Supperclub nicht. "Wir kommen in etwa bei Null raus", so Kevin, der für die Gerichte verantwortlich ist, während sein Partner Jeffrey den Kellner mimt. Aber ums Geld verdienen geht es ihm nicht. Er sieht es eher als Generalprobe für das eigene Restaurant, das er in naher Zukunft eröffnen will. Kevin hat auch keine Probleme damit, dass die Koch-Sessions, die er veranstaltet, illegal sind. "Wenn jemand von einer Behörde hier auftauchen würde, was würde der tun? Ich weiß, dass das illegal ist, was wir hier machen, aber ich empfinde es nicht so. Es geht doch um gutes Essen in netter, außergewöhnlicher Atmosphäre. Wie könnte das verboten sein?"



AutorIn: Sou-Yen Kim


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