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Süpermercado Süpersache

Die hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye

Sendung vom 26. August 2010

Im Vergleich zu Hamburg, München oder Köln gelten die Mieten in Berlin immer noch als niedrig. In den Szene-Kiezen wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain steigen die Mietpreise allerdings merklich. Eine Gruppe von Aktivisten will das nicht länger tatenlos hinnehmen und veranstaltet hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallyes.

Zum zweiten Mal hat am vergangenen Wochenende die hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye "zugeschlagen". Eine Gruppe von ca. 20 Aktivisten sind mit Soundsystem, Plakaten, Konfetti und Luftschlangen bewaffnet bei einer öffentlichen Wohnungsbesichtigung eingefallen und haben nackt gegen überteurterte Mieten protestiert.


Protest, Party, Aktion

Die Initiatoren der Wohnungsbesichtigungs-Rallye sind eine Untersektion der Hedonistischen Internationalen, einer Gruppe von Aktivisten, die sich 2007 zum G8 Treffen in Heiligendamm gegründet und bislang schon etliche Aktionen verwirklicht haben wie z.B.: eine Medien-Guerilla Aktion, wo sie das Fernseh-Magazin Polylux hinters Licht führten oder eine Konsumrausch Demo gegen den Elektro-Discounter Mediamarkt. Die Hedonistische Internationale versteht sich nicht als Organisation, sondern als Idee: die mit innovativen und ironischen Protestaktionen Spaß und Politik verbinden wollen.


Mietwucher vs. Mietspiegel

Mit der hedonistischen Wohnungsbesichtigungs-Rallye wollen die Aktivisten auf die überteuerten Mieten in Berlin hinweisen. Denn immer weniger Vermieter fühlen sich an den Berliner Mietspiegel gebunden. Am vergangenen Samstag sind Wohnungen für 9,- bis 10,- Euro/qm aufgesucht worden, die damit mehr als 30% über dem Mietspiegel lagen. Das wollen die Aktivisten nicht länger tatenlos hinnehmen und so muß wohl in Zukunft jeder Vermieter und Makler von überteuerten Wohnungen mit hedonistischen Wohnungsbesichtigungen rechnen.



AutorIn: Manuel Agostinho


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