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Lhasa De Sela verstorben
Sendung vom 09. Januar 2010
Lhasa De Sela ist tot. Die mexikanisch-kanadische Sängerin starb in der Nacht des ersten Januars 2010 kurz vor Mitternacht in ihrer Heimat Montreal. 2 Jahre lang hatte sie gegen ihren Brustkrebs gekämpft. Sie wurde nur 37 Jahre alt.
Auch während der schwierigen letzten Monate hat sie nie aufgehört zu arbeiten. Ihrer Willenskraft war es zu verdanken, dass sie noch einmal ins Studio ging und ihr letztes Album aufnahm ("Lhasa", veröffentlicht im April 2009). Die gefeierten Veröffentlichungskonzerte in Montreal und Paris und ihre zwei Konzerte in Island im Mai sollten ihre letzten sein.
Lhasa hinterlässt ihren Lebensgefährten Ryan, ihre Eltern
Alejandro und Alexandra, ihre Stiefmutter Marybeth, 9 Geschwister,
zahlreiche Nichten und Neffen, ihre Katze Isaan. Die Beerdigung
wird in einem privaten Rahmen abgehalten.
Leidenschaftlich, sinnlich, temperamentvoll, sanft, tiefgründig -
das sind einige Eigenschaften, die ihr zugesprochen wurden - eine
zeitlose Stimme. Lhasa hat es gewagt auf der Bühne ihr Herz zu
öffnen.
Ihr Vater stammt aus Mexiko, ihre Mutter ist US-Amerikanerin. Als Kind reiste Lhasa sieben Jahre lang mit den Eltern und ihren drei Schwestern mit einem Bus durch die Vereinigten Staaten und Mexiko. Diese nomadenhafte Zeit ohne Fernseher und Schulbesuch, aber mit vielen Büchern und Musik prägte sie musikalisch und im Denken. Lernen und Kreativität waren die bestimmenden Einflüsse. Neben der Musik beschäftigte sie sich auch mit anderen Kunstformen, z. B. der Malerei.
Ihre ersten Auftritte als Sängerin hatte sie dreizehnjährig in einem griechischen Café in San Francisco. Später war sie oft in Montreal, wo ihre Schwestern im Cirque du Soleil mitwirken. Dort lernte sie 1991 Yves Desrosiers kennen, den Produzenten und Arrangeur ihrer ersten Platte La Llorona. Sie zeichnete sich durch melancholische Schönheit, intensiven und spannungsgeladenen Gesang und sparsame Instrumentierung aus. Die Texte waren ausnahmslos auf Spanisch, da diese Sprache ihrer Meinung nach eine größere Emotionalität zulässt. Neben eigenen Stücken sang sie Lieder etwa von Víctor Jara und Violeta Parra. Kein Musikgenre passt auf ihren Stil - sie hatte Fans aus verschiedenen Bereichen: Jazz, Weltmusik, Chanson, Tango. Von Zeit zu Zeit arbeitete sie mit anderen Künstlern dieser oder artverwandter Genres zusammen, so z. B. mit Bratsch, Tindersticks und Arthur H. Sowohl wegen ihrer Biografie als auch wegen ihres Gesangsstils wird sie oft mit Lila Downs verglichen.
Zwischen den Zeiten, in denen sie ihre raren Platten produzierte oder auf Tournee ging, widmete sie sich anderen Projekten. Einige Jahre lebte sie in Frankreich, wo sie mit ihren Schwestern eine neue Art Zirkus aufbaute: Pocheros. In Marseille schrieb sie einen großen Teil ihrer zweiten Platte, The Living Road, auf der sie im Gegensatz zur ersten mehrsprachig, auf Englisch, Französisch und Spanisch singt.
Zuletzt lebte sie in Montréal.
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