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Funkhaus Europa
Sendungen
Maga Bo
Sendung vom 09. Januar 2011
Maga Bo - Produzent, Musiker, DJ und vor allem eines:
internationaler Sound-Kollektor. Auf seinen vielen Reisen ist der
Globetrotter mit Wohnsitz in Rio de Janeiro immer auf der Suche
nach Musik, die ihn bewegt und sein Herz schneller schlagen lässt.
Egal ob alt oder neu, egal ob internationale Bassmusik oder
elektronische Beatspielereien.
Bei der Eröffnungsparty von Ruhr2010 in Essen trat Maga Bo im
Rahmen der Global Player Party von Funkhaus Europa zusammen mit
BNegao auf, doch vorher musste er zu Moderator Francis Gay ins
5Planeten-Studio.
Seit zehn Jahren arbeitet Maga Bo nun schon immer wieder mit seinem brasilianischen Lieblingsrapper BNegao zusammen. Ob im Studio oder auf der Bühne - Maga Bo schätzt ihn besonders aufgrund seiner Hingabe zu brasilianischen Rhythmen wie Samba oder Baile Funk, aber auch aufgrund seiner musikalischen Offenheit. Maga Bo mixt die unterschiedlichsten Einflüsse zusammen und da kann das Resultat auch schon mal "Samba Dubsteb" heißen. Auf der Bühne wird hauptsächlich Kollaborationsmaterial gespielt, das extra für die Live-Sets aufgenommen wurde. In zwei Worten: transnational bass.
Als Jugendlicher war Maga Bo zunächst in der Hardcore/Punk-Szene in den USA aktiv, er spielte sogar in einer Band. Als er ein Weilchen später die Bad Brains hörte, die Hardcore Punkrock mit Rasta Dub mixten, war dies bis dahin das "most exciting thing ever" in Maga Bos jungem Leben. Diese Fusion von Punkrock und Reggae brachte ihn nicht nur zum Reggae, sondern auch zu den verschiedensten Musikstilen Afrikas und machte ihn schließlich zum weltweiten Soundsammler.
Ein so großes Angebot an internationaler Musik hat Vor- und Nachteile: auf der einen Seite ist es enorm schwer, sich durch den weltweiten Musikdschungel zu kämpfen, seine Bewegungen zu verfolgen und schließlich die Perlen darin zu finden. "Das ist ja mittlerweile wie im Supermarkt, wo man vor der Qual der Wahl von 500 unterschiedlichen Saftsorten steht", so Maga Bo. Auf der anderen Seite macht aber genau das den Reiz an der Sache aus. Bei der Suche nach neuer Musik geht Maga Bo nicht den kommerziellen Weg - es kommt nicht darauf an, wie bekannt oder erfolgreich ein Tune ist - Hauptsache die Musik berührt ihn. Dabei wechselt das Interesse an den verschiedensten Genres ständig. Momentan liegt sein Schwerpunkt auf "roots traditional".
In Afrika hat Maga Bo schon ca. 25 bis 30 Länder und ihre Musik erkundet. Das Besondere an Afrika ist, dass man überall Trommeln aus der Ferne hört, aber gar nicht weiß, woher das Geräusch überhaupt kommt! Wenn Maga Bo Zeit hat, dann folgt er diesem Beat bis er ihn gefunden hat. Auf diese Weise lernte er in Malawi einen Trommel-Heiler kennen, der seine Drums speziell präpariert hat, um ein tröt-ähnliches Geräusch beim Trommeln zu erzeugen, das Maga Bo so vorher noch nie gehört hat. Das landete dann sofort auf seinem Laptop, der sein ständiger Begleiter als mobiles Studio ist.
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