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5Planeten  

J.Period

Sendung vom 16. Januar 2010

; Rechte: j.period Bild vergrößern

"Mixtape King" - diesen Titel bekommt man nicht einfach so. Der New Yorker Produzent und DJ J.Period hat ihn sich über die Jahre fleißig verdient. Seine Produktionen für HipHop-Größen wie The Roots, Kanye West, Lauryn Hill oder Q-Tip brachten ihm schon die eine oder andere Trophäe ins heimische Regal.
J.Periods neuestes Projekt ist die Kollaboration mit dem somalischen Rapper K'Naan: zusammen revolutionieren sie Meisterwerke von drei Ausnahmekünstlern, die Musikgeschichte geschrieben haben - Afrobeat-Legende Fela Kuti, Reggae-Rebell Bob Marley und Folkstar Bob Dylan. Doch auch die Songs der Deutsch-Nigerianerin Nneka, die ihren Erfolgskurs nun von Deutschland auf die USA überträgt, wurden geremixt und gefeatured. 5Planeten-Reporterin Vivian Perkovic traf J.Period zuhause in Brooklyn.


Mixtapes mit Storytelling

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Wyclef Jean, J.Period, Black Thought & K'Naan (v.l.n.r.)

Eines ist bei J.Periods Mixtapes essentiell: seine Produktionen sollen Geschichten erzählen. Das kommt nicht nur daher, dass J.Period früher selbst Texte schrieb. Er sagt, "es ist wie bei einem guten Film": wenn Action dabei ist, ist das interessant, ist das aber das Einzige, wird das schnell langweilig. Erst durch verschiedene Handlungsebenen wird ein Film spannend und interessant - so auch J.Periods Mixtapes. Deshalb verquirlt er nicht nur die musikalischen Elemente eines Künstlers, sondern auch zum Beispiel Gesprächsfetzen aus Interviews, um ihre Geschichte möglichst umfassend erzählen zu können. Das Remixen funktioniert ähnlich: es geht darum, den Spirit des Originals zu erhaschen, ihn aufzubereiten und einer neuen Generation zugänglich zu machen - HipHop eben.


J.Period & K'Naan: "The Messengers"

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Bei der Produktion des Tributmixtapes "The Messengers” ging J.Period die Sache unterschiedlich an. Fela Kutis Songs sind alle sehr lang, deshalb suchte er sich die prägnantesten Stellen aus den teilweise 15-20minütigen Stücken raus und behandelte sie wie ein Sandwich: stapeln von Soundschnipseln. Bei Bob Dylan musste eine andere Arbeitsweise her. Die akustischen Klänge von Bob Dylans Gitarre wurden unterlegt mit Drums und Bass. Bei Bob Marley wiederum wurden ebenfalls die besten Stücke ausgesucht und anhand derer ein neuer Songs gebastelt. Und K'Naan lieferte zu allen Tracks die passenden Raps - teilweise mit neuen Texten, teilweise mit alten.


Messenger-Songs

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Hinter J.Periods und K'Naans Version von Marleys "I Shot The Sheriff" steckt eine wahre Geschichte. K'Naans Rap erzählt die Geschichte eines somalischen Mädchens, das getötet wurde. Bei "Gentleman" dreht sich alles um den Afrikaner, der als Ursprung der Menschheit anzusehen ist. Diese Message wird noch durch eine Strophe von Dry Eye Crew-Mitglied Bajah verstärkt. Der Original-Gitarrenriff von Dylans "Don't Think Twice" wird auf "The Messengers" durch Bass und Schlagzeug aufgestockt - dazu K'Naans passende Reime und der Remixsong war perfekt, ohne dass die Ursprungspoesie von Bob Dylan verloren ging. Der sozialkritische Song "Belly Full" wurde von drei Rappern performt, die nicht besser hätten passen können, da sie alle den Kampf von armen Menschen in ihrer Heimat repräsentieren: K'Naan aus Somalia, Kardinal aus Kanada und General Steele aus Brooklyn. "Africa" von Fela Kuti wurde von K'Naan vorgeschlagen und soll der Welt den Kontinent neu vorstellen - als Geburtsort der Menschheit. "Stir It Up" wurde im wahrsten Sinne des Wortes durchgemischt: mit verschiedenen Kulturen, Sounds und Stilen, dazu die Lyrics von K'Naans Song "Fatima", der von einem somalischen Mädchen handelt. "Es ist zwar alles sehr unterschiedlich, aber es funktioniert!", so der Mixtape-Meister.


J.Period & Nneka: "The Madness (Onye-Ala)"

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Die Zusammenarbeit mit Nneka war für J.Period eine besondere Erfahrung. Doch zuerst reagierte er skeptisch auf die Newcomerin - denn wie das bei den Labels so ist: man bekommt einen Haufen Vorschläge für Künstlerkollaborationen, doch die meisten sind eher schlecht als recht. Als Nnekas US-amerikanischem Label Decon bei J.Period anklopfte, dachte er zunächst, dass das wieder eines dieser typischen Lobhuldigungen sei, aber in Wahrheit nichts dahinter steckt. Dann hörte er Nnekas Songs und schon war der Deal klar. Besonders ihre Texte, die Spiritualität und ihre gefühlvolle Art zu singen, aber auch ihr Sound - eine frische Mischung aus Grime, TripHop, Soul und rockigeren Elementen - überzeugten den Mixtapler. Auch in Sachen HipHop sind sich Nneka und J.Period einig: das Rap-Duo Mobb Deep zählen beide zu ihren Favoriten.





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